Feeds:
Beiträge
Kommentare

Ich bin beim Stricken nicht gerade eine exzessive Planerin. Ich stricke drauf los und versuche, Dinge, die nicht hinkommen, währenddessen oder im Nachhinein zu korrigieren – durchaus mit unorthodoxen Lösungen. Ich finde Kreativität kann sich in vielen Formen ausdrücken….

Falls es Euch ähnlich geht, hier zum Beispiel meine Lösung für eine Babyjacke (von unten in Runden gestrickt), bei der ich mal wieder nicht richtig geplant hatte, und auf einmal musste ich abketten, sonst wäre der Halsauschnitt zu klein geworden und die Jacke überhaupt unförmig. Nur hat das die Symmetrie meiner Knopfleiste zerschossen. Außerdem saß das letzte Knopfloch zu weit unten: Der Halsausschnitt sprang auf und wellte sich unschön nach außen. Meine Lösung: ein Knopf so klein, dass er kein Knopfloch benötigt, sondern einfach durch eine Masche passt.

geht doch, oder?

Advertisements

Ich habe gerade 271 Maschen für ein das Halstuch „Cloud Valley“ aus The  Knitter 90 angeschlagen, das ich aus der Alpaca Wolle aus Italien stricken will. alpakaWeil ich im Moment kaum Konzentration und Ruhe genug habe, die Maschen in einem Rutsch anzuschlagen und dabei (korrekt) zu zählen, habe ich alle 50 Maschen einen Maschenmarker eingefügt.  2016-02-13 14.19.11So ist es viel leichter, den Überblick über die große Zahl der angeschlagenen Maschen zu behalten. Und wenn man unterbrochen wird oder sich verzählt, muss man auch nur die Maschen bis zum letzten Marker zählen. Sehr hilfreich, um den Überblick zu behalten. Evtl. werde ich dann auch für den Spitzenteil die Muster-Wiederholungen jeweils mit Markern markieren.

Es ist schon etwas her, aber im Frühjahr war ich bei einer Konferenz in Hamburg und in der Pause bin ich ein wenig durch die Gegend gestreift und an diesem tollen Wolladen mit angegliedertem Strickcafe in der Weidenallee 12 vorbeigekommen. Das Strickcafe hatte leider schon zu, aber der auch der Laden ist wirklich einen Besuch wert. Das Sortiment besteht vor allem aus Garnen jenseits des Mainstream, kleinere internationale Hersteller, hochwertige Garne und bis auf die Sockengarne alles ohne Kunstfaser. Zu den Lieferanten gehören u.a. Artesano, Filatura di Cosa, Isager, ITO, Malabrigo, Jamieson.

Die Verkäuferin war ausgesprochen nett und hat, während ich in den tollsten Farben und Garnen geschwelgt hagrignasco knitsbe, sehr kompetent und zugewandt zwei Anfängerinnen für ihren Wollkauf beraten.

Ich habe drei Knäule von Knit Picks Vintage gekauf – in so schön cremig pastellig – gebrochenen Farben – das gelb hat mich an den alten 50er Jahre-Küchenschrank von meinem ehemaligen Nachbarn erinnert.

Im mylys finden auch Strick- und Häkelkurse statt, außerdem ein offener Stricktreff, die Knit Night im Winter und Herbst jeden 1. und 3. Freitag im Monat.

Das Café hat Dienstag-Freitag 9-18.00 Uhr, Samstag 10-18:00 und Sonntag 13-17:00 Uhr geöffnet.

Der Laden hat Dienstag-Freitag 10-19:00 Uhr und Samstag 10-17:00 Uhr geöffnet.

Und wer es in nächster Zeit nicht nach Hamburg schafft, der kann unter http://www.mylys.de zumindest Wolle und Zubehör kaufen

Diese Babydecke  ist ein super Projekt für Einsteigerinnen mit etdecke 2was Durchhaltevermögen oder für geübte Strickerinnen zum Ausspannen, Abschalten und nebenher Serien gucken.  Die Decke besteht aus 286 rechts gestrickten Reihen. Durch das kraus rechte Muster wird die Decke schön dick und gepolstert.

Ich bin ein großer Fan der Bingo von Lana Grossa – nicht nur aber gerade auch für Babysachen: denn die Bingo ist wunderbar weich und superwash, d.h. maschinenwaschbar bis 30°.

Material: 650 g Lana Grossa Bingo

A= 4 Knäuel Bingo chiné Farbe 511 (hell-dunkelorange meliert); B=2 Knäuel Bingo Farbe 074 (hell-orange); C= 4 Knäuel Bingo Farbe 044 (rot); D=2 Knäuel Bingo chiné Farbe 507 (rot-weinrot meliert); E=1 Knäuel Bingo Farbe 007 (bordeaux)

Maschenprobe: 16Mx33R=10 cm in kraus rechts

Nadeln: 4,5 mm

Maße der Decke: 80x87cm

decke 3

 

 

 

 

Wenn die letzte Masche abgekettet ist, folgen für die professionelle Fertigstellung eines Strickstücks noch einige weitere nicht unwesentliche Schritte, sozusagen die Postproduction. Dazu gehören das Vernähen der Fäden und gegebenenfalls das Zusammennähen der einzelnen Teile und davor das Blocken bzw. Spannen. Ich habe diesen (Zwischen-)Schritt lange übergangen und bin erst durch die stetigen Ermahnungen englischsprachiger Anleitungen „to block to finish measurements“, „block to open lace pattern“ oder „to block as desired“ darauf gekommen, dass es nach dem Abketten (und vor dem Zusammennähen) noch etwas zu tun geben könnte.

Auch in deutschen Anleitungen findet man diesen Schritt in gelegentlich z.B. in der Aufforderung „die Strickteile in Form spannen“ oder auch „spannen und dämpfen“. Allerdings ist der Begriff in meinen Augen irreführend, denn im Normalfall sollte man das Gestrick gerade nicht spannen, d.h. unter Spannung setzen, da es sonst seine Elastizität verliert. (Ich spreche daher im Folgendne von „blocken“ und benutze spannen nur dann, wenn tatsächlich gespannt werden soll.)

Was im Englischen mit „to block“ und im Deutschen mit Spannen bezeichnet wird, ist ein einfacher aber wirkungsvoller Vorgang, der nicht nur Gelegenheit bietet, die Elastizität der Wolle dazu zu nutzen, einzelne Schnitteile exakt in die Maße des vorgegebenen Schnitts zu bringen, sondern auch, das Maschenbild gleichmäßiger zu machen. Dazu steckt man die einzelnen Schnittteile bzw. bei nahtlosen Strickstücken das fertige Strickteil mit langen Stecknadeln auf einem weichen Untergrund vorsichtig ( gegebenenfalls entsprechend der Schnittvorgaben) in Form. Besonders zaghaft sollte man bei Strickteilen in kraus rechts oder Rippenmuster, sein, die auch nach dem Blocken noch elastisch sein und „negative ease“ haben sollen.* Hier das Gestrick auf keinen Fall unter Spannung setzen, sondern einfach in zusammengezogener Form feststecken. Ich nutze für das Blocken Styroporplatten aus dem Baumarkt, was besonders gut funktioniert, weil die Nadeln gut halten und die Wolle auf dem Kunststoffuntergrund auch schneller trocknet, zur Not geht aber auch ein dickes Handtuch.

Dann besprüht man das Gestrick mit Wasser (ich nehme dazu immer eine alte, gereinigte und mit Wasser gefüllte Deoflasche) bis es schön feucht ist und lässt die Strickstücke anschließend gut trocknen. Das in einigen Anleitungen empfohlene „Dämpfen“ mache ich fast nie, weil die Wolle dadurch ihre Elastizität komplett verliert, aber manchmal will man genau das (z.B. wenn ein im Rippenmuster gestrickter Pulli seinen „negative ease“ verlieren soll, oder z.B. wenn sich Ränder einrollen). In diesem Fall, keine Styroporplatte sondern ein Bügelbrett oder ein Handtuch als Unterlage benutzen, die Strickteile gespannt feststecken und vorsichtig bei niedriger Temperatur in einigen Zentimetern Abstand und mit Dampf über das Gestrick gleiten und anschließend trocknen lassen.

Einen ähnlichen aber nicht ganz so starken Effekt erzielt man, wenn man das Gestrick relativ stark anfeuchtet und dann soweitTuch 3 auseinanderzieht, dass die links-rechts Rippen sich nicht wie im trockenen Zustand zusammenziehen, sondern hier im eigentlichen Sinne des Wortes gespannt werden. Das Strickstück so gespannt feststecken und trocknen.

Ein wirkliches „Spannen“, d.h. ein Auseinanderziehen und Fixieren des Gestricks benötigen auch Strickstücke mit Lochmuster. Ziel ist hier, dass sich das Muster nach dem Trocknen gerade nicht wieder zusammenzieht. Dafür sollte das Gestrick mit Hilfe der Nadeln so weit unter Spannnung gesetzt werden, dass sich die Löcher öffnen und das Muster voll zur Geltung kommt. Man kann das Gestrick entweder vorher anfeuchten oder nach dem Feststecken gut einsprühen.

Ganz professionelle Konfektionistinnen „blocken“ auch ihre Maschenprobe vor dem Auszählen….

Viel Spaß beim Fertigstellen!

*ich habe keine gute Übersetzung gefunden, aber negative ease bezeichnet Strickstücke die sich im Normalzustand aufgrund eines elastischen Musters zusammenziehen und so einen geringeren Umfang haben, als das entsprechende Körperteil. Beim Tragen werden sie somit leicht gedehnt. Positive ease ist dementsprechend der Spielraum der zwischen den Körpermaßen und den Maßen des fertiggestellten Kleidungsstücks berechnet wird.

Trisha Malcolm (Hrsg.): Vogue Knitting: Vintage Collection. Classic Knits from the 1930s-1960s, New York 2001.

Wertung: +++oovintageknits1

Bei dem Buch handelt es sich um eine Auswahl von Strickanleitungen aus der Vogue Knitting aus dem angegebenen Zeitraum. In dem Buch wurden diese Strickanleitungen für moderne Garne adaptiert und etwas an heutige Körperformen und Modevorstellungen angepasst.

Es enthält hauptsächlich Muster für Frauen aber auch einige Kleidungsstücke für Männer und Kinder und Babies. Die Schnitte  (z.B. Kleider, Pullover, (Strick)jäcken/mäntel, Schals/Tücher) sind so vielfältig wie die verwendeten Techniken (Zopf, fair isle, Lochmuster, Intarsien) und Garne (zu stricken auf Nadeln zwischen 2mm- 19mm).

Den Mustern vorangestellt ist in den meisten Fällen das eine Originalabbildung aus der Vogue Knitting sowie das Angaben zum ursprünglichen Erscheingunsdatum. Die Anleitungen sind auch mit Neuaufnahmen der adaptierten Kleidungsstücke illustriert. Gerade im Vergleich der Fotos fällt auf, wie stark der „Retrolook“ bei einigen Kleidungsstücken eher von den Accessoirs, der Frisur und dem Make up abhängt. Für sich genommen wirken einige Stücke gar nicht so „vintage“. Bei den Babyklamotten sticht die „Vintage“ Qualität am ehesten sofort ins Auge – vielleicht, weil heute einfach nicht mehr so viele Menschen ihren Babies gestrickte Jäckchen und Kappen anziehen. Die Einleitung gibt eine sehr kurze Skizze der Entwicklung des Strickens bzw. der Vogue Knitting zwischen den 1930er und den 1960ern.

Zu den Anleitungen gehören neben den üblichen Angaben zu Größen, Material und Maschenprobe und der eigentlichen Anleitung Schnittzeichnungen mit Größenangaben. Die Pullover/Strickjacken sind alle aus mehreren Stücken zusammengesetzt (keine bottom-up oder top-down-Anleitungen).

Totally their own: Ist die Zusammenstellung und Adaption alter Strickanleitungen. Originell sind in der Sammlung vor allem ein „Pailette Dress“ (für Frauen und Mädchen)  und der „Chunky Coat“ aus dicker Wolle.

Fazit: Das Buch ist eine gute Sammlung von adaptierten Vogue-Vintage Mustern. Bei Stücken wie dem „Cashmere Turtleneck“ und vor allem den Männer Pullovern handelt es sich eher um zeitlose „Klassiker“ als Vintagestücke, die sofort einer bestimmten Dekade zuzuordnen sind. Nicht unwichtiger Lerneffekt des Buches ist damit aber, dass es eben auch auf das Drumherum eines Vintagestücks ankommt. Da das Buch nur spärliche generelle Anweisungen enthält, ist es eher für Stricker/innen geeignet, die schon über etwas Erfahrung verfügen.

Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt:

Introduction – Before You Begin – Women’s Spring/Summer – Women’s Fall/Winter – Men’s Sweaters – Babies and Children – Scarves and Shawls – Acessories

Ich nutze mal die Ruhe zwischen den Jahren, um enWolladen in Loveredlich einen Eintrag fertig zu stellen, den ich seit unserem Sommerurlaub geplant habe. Denn wir waren wieder in Italien und ich habe wieder kräftig Wolle gekauft. Die ersten Knäule sind in Lovere am Lago d’Iseo in meinen Koffer gewandert. Wir sind dort, als wir schon fast durch den Ort durch waren, auf eine kleine Wollboutique gestoßen (am Piazza Giuseppe Garibaldi).

Wolle aus Lovere

Ich habe zwei Knäule in meliertem Farbverlauf in Lilatönen (Mistero trends von Adriafil) gekauft.

Den nächsten Wolladen habe ich in Venedig erspäht mitten in der Altstadt, leider konnte ich nicht hineingehen, weil mich der unaufhörlich vorwärtsdrängende Touristenstrom  sofort vom Schaufenster weggerissen hat.

Den Abschluss hat unsere Reise in Mailand genommen, da wir nach zwei Wochen Kirchen, Kunst und Kultur etwas reizüberflutet waren, haben wir in Mailand eher ungewöhnliche Ziele angesteuert. Dazu gehörten auch zwei Wolläden, deren Adressen ich mir vorher rausgesucht hatte. Und beide Ausflüge haben sich wirklich gelohnt. Zum einen haben sie uns in ganz alltäglich Ecken von Mailand geführt, mit netten Geschäften, Bars und Cafés aber eben unspektakulär. Zum anderen war jeder Besuch für sich ein Erlebnis – sehr unterschiedlich, aber beide Male grandios.

Der erste Laden war Emporia Lanar (www.lanar.it) in der ViBaumwollea Nino Bixio 7 – 20129 Milano. Wollgeschäft ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, denn es handelt sich um das Ladengeschäft eines Wollherstellers, der seit 1946 verschiedene Garne produziert. Man betritt einen hellen, luftigen, weitläufigen Raum, in dem verschiedene Garne zum Verkauf angeboten werden, in den hinteren Räumen stehen in großen Holzregalen bis zur Decke Konen mit den einzelnen Fäden aus denalpakaen die Garne dann verzwirnt werden.

Ich habe vier Knäuel Baumwolle gekauft (die eigentlich zu diesem Zeitpunkt bereits in kleine Badezimmerbeutel verhäkelt und unterm Weihnachtsbaum verschenkt hätten sein sollen – aber das hat sich irgendwie nicht ergeben) und ein Knäuel Alpaca-Wolle hellblau in einer Tweedoptik.

Der zweite Laden war Il centro della lana in der Via Montevideo, 25, ein  großer Raum vom Fußboden bis zur Decke zum Bersten vollgestopft mit unterschiedlichsten Garnen. In der Mitte lauter Tische mit Sonderangeboten. Ich bin minutenlang völlig überfordert die engen Gassen zwischen den unzähligen Knäulen hin und hergetigert, während die drei Verkäufer auf einer Leiter in den obersten Regalen entweder eine neue Lieferung einsortiert oder eine Art Inventur gemacht haben, auf wolle-Kunstfaserjeden Fall wurden Knäule in unterschiedlichsten Farben schön in 10ner Tüten verpackt gezählt vermerkt und wieder in die Regale gelegt. Letztendlich habe ich mich für eine herabgesetzte Wolle-Kunstfasermischung (Pamir, SandiLane) entschieden. Ihre melierte lila-weiße Farbverlaufoptik hat im Grunde das Anfangsthema der Reise wieder aufgenommen.

Übrigens in keinem der Läden kam ich mit Englisch weiter, also habe ich folgende Vokabeln gelernt:

gomitolo: Knäuel
cotone: Baumwolle
lana: Wolle
lavorare a maglia: stricken
ferri da calza: Stricknadeln