Stefanie Japel: GLAMKMITS. 25+ DESIGNS for LUXE YARNS, Cincinnati, Ohio 2008.
Wertung: +++oo

Der Glamour bei Glamour knits entsteht vor allem durch die Verwendung hochwertiger (und teurer) Garne sowie die Inszenierung der Modelle, erst in zweiter Linie durch die Schnitte.
Das Buch hat dementsprechend schöne Fotos, die Fotomodelle sind alle aufwendig frisiert und geschminkt – meist geht der Glamour mit einer Retroinsznierung einher, die an die Weiblichkeitsbilder der 1920er und 1930er Jahre erinnert.
Der Großteil der Anleitungen ist für Oberteile, auch die dem Kapitel Röcke und Kleider zugeordneten Kleidungsstücke sind z.B. Shirts, bzw. so Mini-Dresses, dass ich sie eher über einer Hose anziehen würde. Den Anleitungen ist leicht zu folgen. Neben den üblichen Angaben zu Größen, Material und Maschenprobe, einer Legende der verwendeten Abkürzungen enthalten sie schematische Zeichnungen der Schnitte und teilweise schematische Strickschriften der verwendeten Muster.
Ergänzt werden die Anleitungen durch eine kurze Einführung zu verschiedenen Luxusgarnen, Hinweise zum Adaptieren von Anleitungen an die eigenen Körpermaße, Hinweise zur Fertigstellung und Pflege der hergestellten „Luxusartikel“ und einen Glossar zu den verwendeten Stricktechniken.
Totally their own: ist das Verständnis von Glamour: Ein Teil der Kleidungsstücke ist aus handgefärbter, unregelmäßig dick gesponnener Wolle gefertigt. Auch wenn es sich dabei ohne Zweifel um hochwertige und teure Garne handelt, so erinnert mich persönlich das Erscheinungsbild der daraus gestrickten Kleidungsstücke eher an die Ökomode der Antiatomkraftbewegung als dass ich sie mit Glamour assoziiere.
Fazit: Eine schön anzusehene Sammlung von guten Anleitungen, die sich auch in preiswerterer Wolle nachstricken lassen – ob dabei der Glamourfaktor verloren geht, muss jede selbst entscheiden.
Das Buch ist unterteilt in folgende Kapitel:
Show it off, Camisols, Tunics and Sweaters – Dressed to Kill, Skirts and Dresses – Over the Top, Shrugs, Wraps and Jackets – Finishing Touch, Accessories, Handbags and Clutches
Besonderheiten: Der im Buch enthaltene Fitted Deep-Ribbed Cardigan und Textured Circle Shrug sind umsonst bei Ravelry downloadbar
Errata: In der ersten Auflage ist auf S. 41 statt der Anleitung für die Lace Panel Tunic die Anleitung für das Deep U-Neck Tunic Dress (S. 67) aufgeführt. Die Anleitung für die Lace Panel Tunic fehlt also im Buch.
Übersetzung: Deutsche Übersetzung einiger der Modelle als „Glamouröse Strick-Ideen“ Magazin 2/2013.
Liegt bei Euch auch manchmal wochenlang ein fast fertiges Strickzeug herum? Die letzte Masche ist abgekettet, das Werk mental als fertig verbucht und der Enthusiasmus aufs nächste Projekt ausgerichtet. Mir ging es früher oft so: das fast fertige Strickzeug hatte seinen Reiz verloren. Das Fädenvernähen und ggf. Zusammennähen erschien nur noch wie eine lästige Pflicht, ein unnötiges Investment in einen längst erzielten (bzw. gefühlten) Erfolg. Oft hatte ich schon ein neues Projekt auf der Nadel. Der Sog, den jede gestrickte Reihe des neuen Projekts auf mich ausübte, war zu groß, um mich aufzuraffen, die letzten Versäuberungsarbeiten für eine Altlast anzugehen. Zumal Fäden vernähen mir weniger Spaß macht als stricken…



Weil ich im Moment kaum Konzentration und Ruhe genug habe, die Maschen in einem Rutsch anzuschlagen und dabei (korrekt) zu zählen, habe ich alle 50 Maschen einen Maschenmarker eingefügt.
So ist es viel leichter, den Überblick über die große Zahl der angeschlagenen Maschen zu behalten. Und wenn man unterbrochen wird oder sich verzählt, muss man auch nur die Maschen bis zum letzten Marker zählen. Sehr hilfreich, um den Überblick zu behalten. Evtl. werde ich dann auch für den Spitzenteil die Muster-Wiederholungen jeweils mit Markern markieren.