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Nachdem die letzte Masche abgekettet ist, bleibt noch Einiges zu tun, selbst wenn man ein nahtloses Muster gewählt hat und das Zusammennähen entfällt. Dazu gehört das Vernähen der Fäden, die man entweder aufgrund der Strickkonstruktion oder im Übergang zwischen zwei Knäulen angesetzt hat.

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Hier habe ich den Faden nicht am Reihenanfang angesetzt, sondern das Knäuel bis auf wenige Zentimeter zu Ende gestrickt und in der Mitte des Strickstücks neu angesetzt. Die Fäden habe ich dann geteilt und dem Maschenverlauf der gleichen Farbe entlang vernäht. Man sieht nur ein kleines Fadenende in hellgrün, ansonsten ist das Vernähen fast nicht erkennbar. Auf der rechten Seiten ist nichts zu sehen.

Früher habe ich mich oft geärgert, dass die Stellen mit den vernähten Fäden nicht schön aussehen. Die Stellen waren dick und trugen auf, sie waren wenig elastisch und bisweilen auch auf der rechten Seite erkennbar.

 

Inzwischen habe ich einige Tricks gesammelt, wie man Fäden so vernäht, dass man es kaum sieht

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Hier habe ich den Faden am Reihenanfang angesetzt und vernäht.
  • Für in Reihen gestrickte Stücke: Fäden nur am Reihenbeginn ansetzen, dann hat man die vernähten Stellen zumindest nicht prominent am Bauchnabel sitzen und sie verschwinden ggf. in der Naht
  • Für mehrfädige Wolle: Fadenenden nicht als Ganzes vernähen, sondern in 2-3 Stränge aufteilen und diese separat vernähen. Das macht zwar mehr Arbeit, aber ich finde es lohnt sich sehr. Die vernähten Stellen sind nicht so dick und die dünneren Faden enden lassen sich fast unsichtbar in den Maschen verstecken
  • Keine spitze Nadel verwenden und mit dieser die Fadenenden durch die Wolle der Maschen stechen. Stattdessen eine stumpfe Stopfnadel und die (im besten Fall geteilten Fadenenden) entlang des Maschenverlaufs führen.
  • Bei leicht filzender Wolle reicht manchmal schon eine Richtung, bei rutschigen Garnen (Baumwolle, superwash etc.) immer mindestens in 2, manchmal besser in 3 Richtungen (hin – zurück etc. in verschiedenen Reihen) den Maschen folgen.
  • Bei Farbwechseln die Fadenenden nur in der gleichen Farbe vernähen.
  • Fadenenden lassen sich auch nutzen, um kleinere Löcher (z.B. bei bottom-up gestrickten Pullovern unter den Armen oder bei Handschuhen mit Daumenkeil beim Aufnehmen der Daumenmaschen) zusammenzuziehen oder sogar etwas zu „stopfen“

Und wenn alle Fäden vernäht (und ggf. alle Teile zusammengenäht) sind, dann sollte man die Strickstücke als nächstes „spannen“. Wie man das macht, habe ich hier schon  erklärt.

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Hier eine kostenlose Anleitung, für eine gestreiftes Halstuch in Form eines flachen Dreiecks. (Wer keine ausformulierte Anleitung, sondern nur eine schematische Strickschrift sucht, bitte scrollen, befindet sich am Ende des Eintrags).

Anstatt einer genaue Anleitung für eine bestimmte Wolle findet ihr im Folgenden die Konstruktionsprinzipien von einem Tuch, das ihr mit jeder Wolle beliebig stricken könnt. Ich nehme sowohl Baumwoll- als auch Schurwollgarne. Und das Tolle: da man in der Mitte anfängt und bis zum unteren Rand strickt, braucht man keine Maschenprobe, sondern hört auf, wenn das Tuch groß genug ist. (Die Passagen in kursiv gehören nicht zur Anleitung, sondern erklären, was die Schritte bewirken, warum ich sie mache)

 

Generelle Erklärung zum Aufbau:

Das Tuch wird aus der Mitte des hinteren Randes gestrickt. Es gibt jeweils 3 Randmaschen und 2 Mittelmaschen. Die Form entsteht dadurch, dass in jeder Reihe eine Masche am Anfang (nach den 3 Randmaschen) und am Ende (vor den drei Randmaschen) zugenommen wird und jede zweite Reihe eine vor und nach den Mittelmaschen.  (Dadurch dass am Rand öfter zugenommen wird als in der Mitte, wird das Dreieck flacher, was ich praktischer für Halstücher finde.)

(Siehe Abbildung. Die Pfeile in der Abbildung geben die Strickrichtung an).halstuch-png

 

Erklärung

Set-Up: Auf einer sehr langen Rundstricknadel 3 Maschen anschlagen. Dann 12 Reihen kraus in Streifen rechts stricken. Für die Streifen alle zwei Reihen die Farbe wechseln (jeweils in der (ungeraden) Hinreihe). In der 13. Reihe nach den 3 Maschen an der langen Seite 6 Maschen aufnehmen (für jede Rippe eine) und dann auf der sich anschließenden kurzen Seite (Anschlagsreihe) noch mal 3 Maschen aufnehmen. Es hat sich jetzt quasi ein Rechteck gebildet, bei dem drei Seiten mit Maschen auf der Nadel liegen.

Nun 4 Maschenmarker (z.B. kleine Garnschlaufen oder Büroklammern) wie folgt entlang der Maschen verteilen: 3 Maschen stricken, Maschenmarker platzieren, 2 Maschen stricken, Maschenmarker platzieren,  2 Maschen stricken, Maschenmarker platzieren, 2 Maschen stricken, Maschenmarker platzieren, 3 Maschen stricken.

Das Ergebnis als Strickschrift:

M M M O M M O M M O M M O M M M  (M=Masche, O=Maschenmarker)

Reihe 15: 3 Maschen stricken, Maschenmarker auf andere Nadel heben, nächste Masche verdoppeln (z.B. in vorderen und hinteren Maschenteil stricken) bis zum nächsten Marker stricken, einen Umschlag machen, Maschenmarker auf andere Nadel heben, 2 Maschen stricken Marker auf andere Nadel platzieren, einen Umschlag machen, bis eine Masche vor dem nächsten Marker stricken, die Masche auf die gleiche Weise wie am Anfang der Reihe verdoppeln.

Reihe 16: 3 Maschen stricken, Maschenmarker auf andere Nadel heben, nächste Masche verdoppeln (z.B. in vorderen und hinteren Maschenteil stricken) bis zum nächsten Marker stricken (den Umschlag wie eine normale Masche stricken, so dass ein Loch entsteht), Maschenmarker auf andere Nadel heben, 2 Maschen stricken Marker auf andere Nadel heben, (Umschlag normal abstricken, so dass ein Loch entsteht) bis eine Masche vor dem nächsten Marker stricken, die Masche auf die gleiche Weise wie am Anfang der Reihe verdoppeln), Marker auf die andere Nadel heben, 3 Maschen stricken

Die 14. und 15. Reihe solange wiederholen, bis das Tuch groß genug ist, locker abketten und Fäden vernähen.

Natürlich könnt ihr das Tuch auch einfarbig oder mit breiteren Streifen oder in einem völlig anderen Muster stricken – das Grundkonstruktionsprinzip bleibt immer das Gleiche.

 Strickschrift

3 M anschl.

1-12 Reihe: r

13 Reihe: 3 r, 6 aus Seitenrand aufnehmen; 3 aus Anschlagsreihe aufnehmen

14 Reihe: 3r, Op, 2r, Op, 2r, Op, 2r, Op, 3r

Alle ungeraden Reihen: 3r, Oa, VRs, alle M r, U, Oa, 2r, Oa, U, bis zur vorletzten M alle M r, VRS, Oa

Alle geraden Reihen:      3r, Oa, VRs, alle M r, Oa, 2r, Oa, bis zur vorletzten M alle M r, VRS, Oa

 

Legende

M=Masche

Oa=Maschenmarker abheben

Op=Maschenmarker platzieren

R= rechts stricken

U=Umschlag

VRs= in Vorder- und Rückseite der Masche stricken (Masche verdoppeln)

Ich bin beim Stricken nicht gerade eine exzessive Planerin. Ich stricke drauf los und versuche, Dinge, die nicht hinkommen, währenddessen oder im Nachhinein zu korrigieren – durchaus mit unorthodoxen Lösungen. Ich finde Kreativität kann sich in vielen Formen ausdrücken….

Falls es Euch ähnlich geht, hier zum Beispiel meine Lösung für eine Babyjacke (von unten in Runden gestrickt), bei der ich mal wieder nicht richtig geplant hatte, und auf einmal musste ich abketten, sonst wäre der Halsauschnitt zu klein geworden und die Jacke überhaupt unförmig. Nur hat das die Symmetrie meiner Knopfleiste zerschossen. Außerdem saß das letzte Knopfloch zu weit unten: Der Halsausschnitt sprang auf und wellte sich unschön nach außen. Meine Lösung: ein Knopf so klein, dass er kein Knopfloch benötigt, sondern einfach durch eine Masche passt.

geht doch, oder?

Ich habe gerade 271 Maschen für ein das Halstuch „Cloud Valley“ aus The  Knitter 90 angeschlagen, das ich aus der Alpaca Wolle aus Italien stricken will. alpakaWeil ich im Moment kaum Konzentration und Ruhe genug habe, die Maschen in einem Rutsch anzuschlagen und dabei (korrekt) zu zählen, habe ich alle 50 Maschen einen Maschenmarker eingefügt.  2016-02-13 14.19.11So ist es viel leichter, den Überblick über die große Zahl der angeschlagenen Maschen zu behalten. Und wenn man unterbrochen wird oder sich verzählt, muss man auch nur die Maschen bis zum letzten Marker zählen. Sehr hilfreich, um den Überblick zu behalten. Evtl. werde ich dann auch für den Spitzenteil die Muster-Wiederholungen jeweils mit Markern markieren.

Es ist schon etwas her, aber im Frühjahr war ich bei einer Konferenz in Hamburg und in der Pause bin ich ein wenig durch die Gegend gestreift und an diesem tollen Wolladen mit angegliedertem Strickcafe in der Weidenallee 12 vorbeigekommen. Das Strickcafe hatte leider schon zu, aber der auch der Laden ist wirklich einen Besuch wert. Das Sortiment besteht vor allem aus Garnen jenseits des Mainstream, kleinere internationale Hersteller, hochwertige Garne und bis auf die Sockengarne alles ohne Kunstfaser. Zu den Lieferanten gehören u.a. Artesano, Filatura di Cosa, Isager, ITO, Malabrigo, Jamieson.

Die Verkäuferin war ausgesprochen nett und hat, während ich in den tollsten Farben und Garnen geschwelgt hagrignasco knitsbe, sehr kompetent und zugewandt zwei Anfängerinnen für ihren Wollkauf beraten.

Ich habe drei Knäule von Knit Picks Vintage gekauf – in so schön cremig pastellig – gebrochenen Farben – das gelb hat mich an den alten 50er Jahre-Küchenschrank von meinem ehemaligen Nachbarn erinnert.

Im mylys finden auch Strick- und Häkelkurse statt, außerdem ein offener Stricktreff, die Knit Night im Winter und Herbst jeden 1. und 3. Freitag im Monat.

Das Café hat Dienstag-Freitag 9-18.00 Uhr, Samstag 10-18:00 und Sonntag 13-17:00 Uhr geöffnet.

Der Laden hat Dienstag-Freitag 10-19:00 Uhr und Samstag 10-17:00 Uhr geöffnet.

Und wer es in nächster Zeit nicht nach Hamburg schafft, der kann unter http://www.mylys.de zumindest Wolle und Zubehör kaufen

Diese Babydecke  ist ein super Projekt für Einsteigerinnen mit etdecke 2was Durchhaltevermögen oder für geübte Strickerinnen zum Ausspannen, Abschalten und nebenher Serien gucken.  Die Decke besteht aus 286 rechts gestrickten Reihen. Durch das kraus rechte Muster wird die Decke schön dick und gepolstert.

Ich bin ein großer Fan der Bingo von Lana Grossa – nicht nur aber gerade auch für Babysachen: denn die Bingo ist wunderbar weich und superwash, d.h. maschinenwaschbar bis 30°.

Material: 650 g Lana Grossa Bingo

A= 4 Knäuel Bingo chiné Farbe 511 (hell-dunkelorange meliert); B=2 Knäuel Bingo Farbe 074 (hell-orange); C= 4 Knäuel Bingo Farbe 044 (rot); D=2 Knäuel Bingo chiné Farbe 507 (rot-weinrot meliert); E=1 Knäuel Bingo Farbe 007 (bordeaux)

Maschenprobe: 16Mx33R=10 cm in kraus rechts

Nadeln: 4,5 mm

Maße der Decke: 80x87cm

decke 3

 

 

 

 

Wenn die letzte Masche abgekettet ist, folgen für die professionelle Fertigstellung eines Strickstücks noch einige weitere nicht unwesentliche Schritte, sozusagen die Postproduction. Dazu gehören das Vernähen der Fäden und gegebenenfalls das Zusammennähen der einzelnen Teile und davor das Blocken bzw. Spannen. Ich habe diesen (Zwischen-)Schritt lange übergangen und bin erst durch die stetigen Ermahnungen englischsprachiger Anleitungen „to block to finish measurements“, „block to open lace pattern“ oder „to block as desired“ darauf gekommen, dass es nach dem Abketten (und vor dem Zusammennähen) noch etwas zu tun geben könnte.

Auch in deutschen Anleitungen findet man diesen Schritt in gelegentlich z.B. in der Aufforderung „die Strickteile in Form spannen“ oder auch „spannen und dämpfen“. Allerdings ist der Begriff in meinen Augen irreführend, denn im Normalfall sollte man das Gestrick gerade nicht spannen, d.h. unter Spannung setzen, da es sonst seine Elastizität verliert. (Ich spreche daher im Folgendne von „blocken“ und benutze spannen nur dann, wenn tatsächlich gespannt werden soll.)

Was im Englischen mit „to block“ und im Deutschen mit Spannen bezeichnet wird, ist ein einfacher aber wirkungsvoller Vorgang, der nicht nur Gelegenheit bietet, die Elastizität der Wolle dazu zu nutzen, einzelne Schnitteile exakt in die Maße des vorgegebenen Schnitts zu bringen, sondern auch, das Maschenbild gleichmäßiger zu machen. Dazu steckt man die einzelnen Schnittteile bzw. bei nahtlosen Strickstücken das fertige Strickteil mit langen Stecknadeln auf einem weichen Untergrund vorsichtig ( gegebenenfalls entsprechend der Schnittvorgaben) in Form. Besonders zaghaft sollte man bei Strickteilen in kraus rechts oder Rippenmuster, sein, die auch nach dem Blocken noch elastisch sein und „negative ease“ haben sollen.* Hier das Gestrick auf keinen Fall unter Spannung setzen, sondern einfach in zusammengezogener Form feststecken. Ich nutze für das Blocken Styroporplatten aus dem Baumarkt, was besonders gut funktioniert, weil die Nadeln gut halten und die Wolle auf dem Kunststoffuntergrund auch schneller trocknet, zur Not geht aber auch ein dickes Handtuch.

Dann besprüht man das Gestrick mit Wasser (ich nehme dazu immer eine alte, gereinigte und mit Wasser gefüllte Deoflasche) bis es schön feucht ist und lässt die Strickstücke anschließend gut trocknen. Das in einigen Anleitungen empfohlene „Dämpfen“ mache ich fast nie, weil die Wolle dadurch ihre Elastizität komplett verliert, aber manchmal will man genau das (z.B. wenn ein im Rippenmuster gestrickter Pulli seinen „negative ease“ verlieren soll, oder z.B. wenn sich Ränder einrollen). In diesem Fall, keine Styroporplatte sondern ein Bügelbrett oder ein Handtuch als Unterlage benutzen, die Strickteile gespannt feststecken und vorsichtig bei niedriger Temperatur in einigen Zentimetern Abstand und mit Dampf über das Gestrick gleiten und anschließend trocknen lassen.

Einen ähnlichen aber nicht ganz so starken Effekt erzielt man, wenn man das Gestrick relativ stark anfeuchtet und dann soweitTuch 3 auseinanderzieht, dass die links-rechts Rippen sich nicht wie im trockenen Zustand zusammenziehen, sondern hier im eigentlichen Sinne des Wortes gespannt werden. Das Strickstück so gespannt feststecken und trocknen.

Ein wirkliches „Spannen“, d.h. ein Auseinanderziehen und Fixieren des Gestricks benötigen auch Strickstücke mit Lochmuster. Ziel ist hier, dass sich das Muster nach dem Trocknen gerade nicht wieder zusammenzieht. Dafür sollte das Gestrick mit Hilfe der Nadeln so weit unter Spannnung gesetzt werden, dass sich die Löcher öffnen und das Muster voll zur Geltung kommt. Man kann das Gestrick entweder vorher anfeuchten oder nach dem Feststecken gut einsprühen.

Ganz professionelle Konfektionistinnen „blocken“ auch ihre Maschenprobe vor dem Auszählen….

Viel Spaß beim Fertigstellen!

*ich habe keine gute Übersetzung gefunden, aber negative ease bezeichnet Strickstücke die sich im Normalzustand aufgrund eines elastischen Musters zusammenziehen und so einen geringeren Umfang haben, als das entsprechende Körperteil. Beim Tragen werden sie somit leicht gedehnt. Positive ease ist dementsprechend der Spielraum der zwischen den Körpermaßen und den Maßen des fertiggestellten Kleidungsstücks berechnet wird.