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Archive for the ‘Zopfmuster’ Category

Bei dieser Anleitung für  federleichte Stulpen handelt es sich um die erste, die ich jemals verschriftlicht habe, was mich damals mit unbändigem Stolz auf mein Werk erfüllt hat.
Nur wegen  fehlender Fotos habe ich sie bisher noch nicht online gestellt. Aber da ich das jetzt nachgeholt habe, hier die Anleitung, kostenlos wie immer. Es handelt sich um eine Stulpe mit einem Zopf, dessen Stränge jeweils über einem der Finger enden. Sie werden genau am Handgelenk mehrfach verkreuzt, so dass die Stulpe an dieser Stelle – passend zur Anatomie – etwas enger ist. Federleicht sind die Stulpen, da die Wolle eine lange Lauflänge hat und der Faden so „fluffig“ ist, dass die Stulpen zusammen gerade mal 37 g wiegen. Ein Knäuel reicht also locker.

Maschenprobe: 18 M x 30 R = 10 cm,

Nadeln: Nadelspiel der Stärke 4,5 mm, 2 Hilfsnadeln

Garn: 1 Knäuel ggh Bel Air, Farbe 012, 90 % Merino, 10% Polyamid, 50g/130m

Schwierigkeitsgrad: + + + 0 0

Anlässlich der Veröffentlich meiner ersten Anleitung habe ich noch mal meine „Strickentwicklung“ rückblickend betrachtet: Stricken gelernt habe ich als Kind und jahrelang  Stricksachen selbst „entworfen“, ohne zu wissen, dass ich das tue. Meine Mutter hatte mir alle notwendigen Stricktechniken gezeigt und jedes Mal, wenn ich mit einem neuen Wunsch wie „ich will Handschuhe stricken“ oder „ich will mir einen Pullover stricken“, hat sie mir so nebenbei und ohne viel Aufwand um Design und Entwurf, grundlegende Konstruktionsprinzipien verschiedener Kleidungsstücke vermittelt. Ich habe also Handschuhe, Schals, Pulswärmer, Mützen und Pullis gestrickt. Immer nach eigenem „Entwurf“ immer nur glatt und kraus rechts oder Rippen, wenn mehrfarbig dann nur Streifen. Verschiedene geerbte Strickhefte aus den 70ern habe ich immer nur angeguckt, ohne irgendwie darauf zu kommen, tatsächlich mal eine der Sachen nachzustricken, zumal die Muster dieser deutschen Strickhefte immer ein wenig altbacken und nicht wirklich erstrebenswert für den eigenen Kleiderschrank waren. Stricken war für mich aufzueichnen, wie das Kleidungsstück aussehen soll, und dann anhand der (verhassten) Maschenprobe ausrechnen, wie die einzelnen dafür notwendigen  Teile herzustellen sind.  Irgendwann Jahre später habe ich dann mal einfach so angefangen auch Zopfmuster und Lochmuster auszuprobieren. Es war nicht so, dass ich mich an diese vorher nicht rangetraut habe,…vielmehr bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, das mal auszuprobieren, Stricken war ja schließlich glatt rechts und Rippen für Schals und Bündchen.

Schlagartig gewandelt hat sich mein Strickverhalten und mein Zugang zum Stricken , als ich mich vor einigen Jahren zum einen durch Gespräche mit Choco Canel  in einen Experimentier- und Schaffesrausch geredet und als Konsequenz unserer Gespräche, mir erstmal die Welt der englischsprachigen Strickpublikationen sowie der Blogs und Strickcommunities erschlossen habe. Und dieser Schritt hat mein Stricken wirklich fundamental verändert. Nicht nur habe ich angefangen, in kurzer Zeit die verschiedensten neuen Techniken (fair Isle, lace) auszuprobieren und mich theoretisch mit Entwurf, Konstruktionsprinzipien (top down Pullis, angestrickte Ärmel) zu beschäftigen und Lösungen für Probleme zu suchen, die ich vormals fatalistisch als „so ist das halt beim Stricken“ hingenommen hatte (die Verschiedenheit von Abhnahmen bei der linken und rechten Raglannaht, das Abketten von Bündchen etc.). Auch ist die Strickmode der englischen und amerikansichen Crafts-Bewegung nach meiner Einschätzung viel geschmackvoller, modischer, tragbarer als die deutsche, erstmals habe ich tatsächlich Pullover streng nach Anleitung einfach so nachgestrickt. Vor allem Chocos Hinweis auf die Strickcommunity RAVELRY hat mein Strickleben in dieser Hinsicht verändert. Bei den ersten Besuchen, kam ich mir vor wie ein Kind im Spielwarenlade und habe panisch Anleitungen runtergeladen aus der irrationalen Angst, ich könne aus diesem Traum aufwachen und die Fülle des Angebots wie eine Seifenblase zerplatzen.  Ich kann nur jeder/m empfehlen, sich mit dem Aneignen einiger englischer Strickpbegriffe (denn mehr ist eigentlich nicht notwendig, um die englische Strickliteratur zu benutzen) eine ganz neue Welt des Strickens und des über das Stricken zu reden und nachzudenken zu eröffnen. Aber auch ohne Englisch kann man ausgetretene Pfade verlassen und statt der ewigen 2 rechts-2 links Schals einfach mal einen aufwändigen Spitzenschal in Angriff nehmen. (eine Fülle kostenloser deutscher Anleitungen gibt es z.B. hier, bei ravelry gibt es vor allem englische Anleitungen, aber auch in anderen Sprachen, man kann gezielt nur nach deutschen Anleitungen suchen). Der letzte Schritt in meiner Entwicklung war dann tatsächlich das Dokumentieren meiner Strickarbeit und die Verschriftlichung meiner Entwürfe, so dass sie reproduzierbar wurden. Ein aufwändiger aber doch noch einmal anders befriedigender Schaffensakt. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt.

Und wenn ich schon die englische Strickwelt lobe: hier die Anleitung auf Englisch: cable stitch mittens – light and easy

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Zopfmuster. 200 Strickanregungen, hg. von Carla Scott, München 2008, Knaur-Verlag, 200 S., 24,95€.

Wertung: + + + + +

Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Englischen und Teil einer Reihe, in der in einzelnen Bänden systematisch nach Musterarten (z.B. Farbstrickmuster, Lochmuster, rechts-links-Muster) verschiedener Muster mit Strickschrift zum Nachstricken versammelt.

Jedes Muster wird mit Angaben zur Maschenzahl, einer Strickschrift und gegebenenfalls Erkärungstext wiedergeben und mit einem Farbfoto eines Probequadrats bebildert. Dass die Musterproben eines Kapitels alle in derselben Farbe gestrickt sind, erleichtert in einzelnen Fällen das Auffinden, was ansonsten aufgrund eines fehlenden Registers und nicht immer eindeutiger Zuordnebarkeit zu den Kapiteln hin und wieder etwas mühsam ist. Da die z.T. ausführliche Zeichenerklärung jeweils auf derselben Seite angegeben ist, erfordert das Nachstricken nicht einmal ein Blättern zur Auflösung der Zeichen. Neben alten Bekannten und sehr einfachen Zöpfen enthält das Buch auch komplizierte Verschlingungen und ungewöhnliche Musterkombinationen.

Totally their own ist in diesem Fall die Zusammenstellung und Gliederung unterschiedlicher Zopfmuster und in einigen Kapitel auch deren Kombination zu Musterflächen.

Fazit

Insgesamt liefert das Buch eine gute und ästhetisch ansprechende Zusammenstellung von Zopfmuster, die anhand der Strickschrift mühelos nachgestrickt werden können. Für den allerersten Anfang ist das Buch nicht geeignet, da die Grundtechniken des Strickens nicht erklärt werden. Für Anfänger/innen die diese Grundtechniken beherrrschen gibt es aber ein Glossar zu den speziell für die Zopfmuster benötigten erweiterten Maschenarten (z.B. verschiedene Arten der Umschläge) und Erklärungen zum Lesen und Nachstricken der Strickschrift. Auch die Zeichenerklärungen bei den Mustern selbst geben ausführliche Anweisungen, wie man die verschiedenen Verkreuzungen der Maschen strickt. Erfahrenere Stricker/innen finden in dem Buch einige Anregungen für eigenen Entwürfe und eine gute Übersicht über verschiedene Zopfmuster.

Die Sammlung ist in folgende Kapitel unterteilt:

Einfache Zopfmuster –  Rhomben und kunstvoll verschlungene Muster – Zöpfe – Flächenmuster – Musterkombinfationen

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Gibt es tragbare Spitzenmuster für Männer?

Ich habe jedenfalls bei unserem letzten Strickbasar schlechten Geschäftssinn bewiesen: Einem Freund habe ich nämlich vom Kauf von  Pulswärmern abgeraten, weil ich die Kombination von roter Wolle und Pfauenschwanzmuster für seine männliche Hand doch etwas unpassend fand.

Nun hat mich zu seinem Geburtstag das schlechte Gewissen ereilt. Bei rot ist es geblieben:

Wolle:  1 Knäuel Angobella (65% Angora, 10% Wolle, 25% Nylon)

(20g = 90m, Verbrauch 18g um genau zu sein)

Nadeln: Nadelspiel in Stärke 3,5mm

Zubehör: 2 Zopfnadeln, Stopfnadel

Maschenprobe: 24Mx35R im Rippenmuster (leicht gedehnt) = 10x10cm

Viel Spaß beim Nachstricken.

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