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Posts Tagged ‘vintage’

Es ist schon etwas her, aber im Frühjahr war ich bei einer Konferenz in Hamburg und in der Pause bin ich ein wenig durch die Gegend gestreift und an diesem tollen Wolladen mit angegliedertem Strickcafe in der Weidenallee 12 vorbeigekommen. Das Strickcafe hatte leider schon zu, aber der auch der Laden ist wirklich einen Besuch wert. Das Sortiment besteht vor allem aus Garnen jenseits des Mainstream, kleinere internationale Hersteller, hochwertige Garne und bis auf die Sockengarne alles ohne Kunstfaser. Zu den Lieferanten gehören u.a. Artesano, Filatura di Cosa, Isager, ITO, Malabrigo, Jamieson.

Die Verkäuferin war ausgesprochen nett und hat, während ich in den tollsten Farben und Garnen geschwelgt hagrignasco knitsbe, sehr kompetent und zugewandt zwei Anfängerinnen für ihren Wollkauf beraten.

Ich habe drei Knäule von Knit Picks Vintage gekauf – in so schön cremig pastellig – gebrochenen Farben – das gelb hat mich an den alten 50er Jahre-Küchenschrank von meinem ehemaligen Nachbarn erinnert.

Im mylys finden auch Strick- und Häkelkurse statt, außerdem ein offener Stricktreff, die Knit Night im Winter und Herbst jeden 1. und 3. Freitag im Monat.

Das Café hat Dienstag-Freitag 9-18.00 Uhr, Samstag 10-18:00 und Sonntag 13-17:00 Uhr geöffnet.

Der Laden hat Dienstag-Freitag 10-19:00 Uhr und Samstag 10-17:00 Uhr geöffnet.

Und wer es in nächster Zeit nicht nach Hamburg schafft, der kann unter http://www.mylys.de zumindest Wolle und Zubehör kaufen

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Trisha Malcolm (Hrsg.): Vogue Knitting: Vintage Collection. Classic Knits from the 1930s-1960s, New York 2001.

Wertung: +++oovintageknits1

Bei dem Buch handelt es sich um eine Auswahl von Strickanleitungen aus der Vogue Knitting aus dem angegebenen Zeitraum. In dem Buch wurden diese Strickanleitungen für moderne Garne adaptiert und etwas an heutige Körperformen und Modevorstellungen angepasst.

Es enthält hauptsächlich Muster für Frauen aber auch einige Kleidungsstücke für Männer und Kinder und Babies. Die Schnitte  (z.B. Kleider, Pullover, (Strick)jäcken/mäntel, Schals/Tücher) sind so vielfältig wie die verwendeten Techniken (Zopf, fair isle, Lochmuster, Intarsien) und Garne (zu stricken auf Nadeln zwischen 2mm- 19mm).

Den Mustern vorangestellt ist in den meisten Fällen das eine Originalabbildung aus der Vogue Knitting sowie das Angaben zum ursprünglichen Erscheingunsdatum. Die Anleitungen sind auch mit Neuaufnahmen der adaptierten Kleidungsstücke illustriert. Gerade im Vergleich der Fotos fällt auf, wie stark der „Retrolook“ bei einigen Kleidungsstücken eher von den Accessoirs, der Frisur und dem Make up abhängt. Für sich genommen wirken einige Stücke gar nicht so „vintage“. Bei den Babyklamotten sticht die „Vintage“ Qualität am ehesten sofort ins Auge – vielleicht, weil heute einfach nicht mehr so viele Menschen ihren Babies gestrickte Jäckchen und Kappen anziehen. Die Einleitung gibt eine sehr kurze Skizze der Entwicklung des Strickens bzw. der Vogue Knitting zwischen den 1930er und den 1960ern.

Zu den Anleitungen gehören neben den üblichen Angaben zu Größen, Material und Maschenprobe und der eigentlichen Anleitung Schnittzeichnungen mit Größenangaben. Die Pullover/Strickjacken sind alle aus mehreren Stücken zusammengesetzt (keine bottom-up oder top-down-Anleitungen).

Totally their own: Ist die Zusammenstellung und Adaption alter Strickanleitungen. Originell sind in der Sammlung vor allem ein „Pailette Dress“ (für Frauen und Mädchen)  und der „Chunky Coat“ aus dicker Wolle.

Fazit: Das Buch ist eine gute Sammlung von adaptierten Vogue-Vintage Mustern. Bei Stücken wie dem „Cashmere Turtleneck“ und vor allem den Männer Pullovern handelt es sich eher um zeitlose „Klassiker“ als Vintagestücke, die sofort einer bestimmten Dekade zuzuordnen sind. Nicht unwichtiger Lerneffekt des Buches ist damit aber, dass es eben auch auf das Drumherum eines Vintagestücks ankommt. Da das Buch nur spärliche generelle Anweisungen enthält, ist es eher für Stricker/innen geeignet, die schon über etwas Erfahrung verfügen.

Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt:

Introduction – Before You Begin – Women’s Spring/Summer – Women’s Fall/Winter – Men’s Sweaters – Babies and Children – Scarves and Shawls – Acessories

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Vor dieser Strickleistung erstarre ich in Ehrfurcht..

Ein Vorteil des Handarbeitens ist, dass man unabhängig von der aktuellen Mode beliebig in Modestilen vergangener Epochen wildern kann.

Das Nachstricken (oder auch nur Angucken) älterer Strickmuster hat für mich auch insofern einen ganz besonderen Reiz, als in vergangenen Jahrzehnten oft noch viel aufwändigere Muster und Schnitte verwendet wurden. Das Durchblättern entsprechender Anleitungen bringt mir also oft schon aufgrund der Faszination für elaborierte Stricktechniken und Kunstfertigkeit Vergnügen.

Wer gerne Kleidungsstücke im Stil früherer Jahrzehnte anfertigen (oder visuell konsumieren) will, kann dies auf vielfältige Weise tun:

1. Das Arbeiten mit originalen Anleitungen

Alte Strickhefte oder Handarbeitsbücher bekommt man in  Antiquariaten, auf Flohmärkten oder bei Ebay. Oft haben auch öffentliche Bibliotheken ältere Strickbücher in ihrem Bestand. Manchmal lohnt es sich auch, Verwandte nach verstaubten Schätzen zu fragen.

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Ich habe so z.B. den Klassiker von Ruth Zechnlin „Werkbuch für Mädchen“ in die Finger bekommen. Meine 18. Auflage von 1954 hat im Anhang eine Stilkunde, die als historisches Dokument hochinteressant ist und schon allein deswegen die Lektüre lohnt.  Auch auf ravelry findet man mit dem Suchwort „vintage“ einige eingescannte alte Strickanleitungen. Ansonsten hält das Netz einige webseiten parat, auf dem man entsprechende Anleitungen herunterladen kann. Einige Seiten, die ich ganz interessant finde, sind die Folgenden:

http://www.vintagepurls.co.nz

http://trove.nla.gov.au/

http://www.freevintageknitting.com/women.html

http://knitting-and.com/knitting/patterns-clothing.htm

Interessanterweise sind die älteren Anleitungen im Vergleich zu heutigen Strickanleitungen relativ spärlich und jenseits des generellen Schnittmusters und Angaben zum Muster bleibt es der Nachstrickerin  überlassen, die notwenigen Arbeitsschritte wie Zunahmen etc. selbst auszurechenen. Vermutlich lag das auch daran, dass Frauen in viel selbstverständlicherem Maße über profunde Handarbeitskenntnisse verfügten.

Strickzeitschriften 1930-1960

Strickzeitschriften 1930-1960

Bei der Lektüre dieser Hefte wird einem auch sofort deutlich, wie sehr sich das Image und die Funktion von Stricken verändert hat. Da geht es nicht um Stricken als Freizeit- und Wellnesstätigkeit, nirgendwo ist die Rede von Meditiation, Stressreduktion und kein einziger Yogavergleich ist zu finden. Auch der kreative Aspekt, das Schwelgen in Garnen und Farben, die Selbstentfaltung im (künstlerischen) Schaffensprozess werden nicht thematisiert – wie das Stricken überhaupt eher Haushaltstätigkeit als Design oder künstlerisches Ausdrucksmittel ist.

Das Stricken erscheint vielmehr als eine zentrale Tätigkeit, ja Verpflichtung von Hausfrauen, die sich so um die Garderobe der ganzen Familie zu kümmern hatten. Da wurde nicht der Kleiderschrank, gefüllt mit Klamotten diverser großer Ketten, durch einen großzügig verschenkten Lieblingspulli ergänzt, sondern ganz fundamental mit dem Stricken von Socken über Unterwäsche bis hin zu Pullovern und Strickjacken Jahr für Jahr an der Grundausstattung gearbeitet. Zudem ermöglichte das Handarbeiten Frauen, luxuriöse Stücke (kostengünstig) selbst anzufertigen, wie das Spitzenstrickkleid im Foto rechts oben.

2. Aktuelle Strickbücher mit Vintage-SchnittenA Stitch in a Time - I

Wer entweder auf den Komfort ausführlicher Anleitungen nicht verzichten will oder aber nicht so puristisch ist und eher Kleidungsstücke „im Stil“ frühere Mode sucht, als Originalstücke, die so richtig gut nur mit dem notwendigen Equipment wie Tüten-BHs, Korsagen usw. wirken, für den gibt es auch neuere Strickbücher, die ältere Schnitteaufbereiten und für neue Garne umarbeiten, adaptieren oder nachempfinden. Denn schließlich ist auch der Retro-Stil längst Teil der Mode und nicht deren Verweigerung und hat damit auch die entsprechenden Effekte auf den (Strick-)Buchmarkt.

Aus der Fülle der Angebote hier nur eine sehr willkürliche Auswahl: A Stitch in a Time Bd. 1 und 2; Vintage Knits aus der Reihe (Vogue Knitting on the go); Vogue Knitting. Vintage Collection.

3. Vintage-Mode selbst entwerfenomas strickgeheimnisse

Man kann sich natürlich auch in alten Modezeitschriften oder illustrierten Geschichten der Mode inspirieren lassen, und sich seine Vintagemode selbst entwerfen. Unterstützung findet man dafür z.B. bei Sammlungen alter Strickmuster wie z.B. Omas Strickgeheimnisse, Bäuerliches Stricken 1-3 und Barbara Walker: A Treasury of Knitting Patterns (mehrer Bände).

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Vogue Knitting: Vintage Knits, New York 2000 (Vogue Knitting on the go), S. 88.

Wertung: ++oooVintage Knits

Bei dieser Sammlung von Vintagemustern handelt es sich um ein Büchlein aus der Reihe „Vogue Knitting on the go“. Es versammelt Muster,  bei denen unklar bleibt, ob es sich um Originale oder nachempfundene Antleitungen handelt, ich vermute aber mal Letzteres.

Dem Buch vorangestellt sind – wie in jedem on the go Band – Hinweise zu allen für die folgenden Muster benötigten Techniken (allerdings keine Anleitungen verschiedener Maschenarten, z. B. Zunahmen, abgehobene Maschen etc.). Dann folgen 21 Anleitungen die von so altmodischen Kleidungsstücken wie Bettjacken über Hausschuhe und Golfhandschuhe bis zu einer Lace Stola reichen. Der Schwerpunkt liegt auf Frauen- und Babykleidung. Insbesondere unter letztere sind einige echte Prachstücke wie die Baby „Bunny Slippers“ oder ein zartgrünes Ensemble aus „Saque, Cap & Booties“. Den Anleitungen (z.T. mit Schnittzeichnungen) vorangestellt sind jeweils Angaben, an welche Epoche das Muster angelehnt ist. Für jedes Muster ist ein Schwierigkeitsgrad zwischen „Very Easy Very Vogue“ und „For Experienced Knitters“ angegeben.  Die illustrierenden Fotos zeigen die Stücke nicht an Modellen sonder flach liegend.

Totally their own: Am originellsten vom Schnitt erscheinten mir die Plaid Slippers und die Hasenschühchen.

Fazit: Eine nette kleine Sammlung für den eher schmalen Geldbeutel, die ich vor allem Menschen empfehle, die Vintagestücke für Kinder suchen. Durch die ausführlichen Anweisungen am Anfang ist es auch für Anfängerinnen geeignet, wenn sie die angegebenen Maschenarten ausführen können (oder wissen wo sie sonst nach ausführlichen Anleitungen dazu suchen sollen).

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