Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for September 2011

Unseren diesjährigen Sommerurlaub haben wir bei strömenden Regen in Amsterdam verbracht. Und was kann man bei Regen machen? Ausgiebig und ausgedehnt ins Museen gehen und shoppen – natürlich auch Wolle. Drei Wollläden, die ich mir bei knitmap rausgesucht hatte, lagen einigermaßen erreichbar und waren zu dem Zeitpunkt offen, an dem mein Weg mich dorthin führte. Allerdings stellte sich heraus, dass nur ein „echter“ Wollladen darunter war. Gelohnt haben sich meine Besuche aber allemal und fündig geworden bin ich auch:

Als Orientierung für strickende (und wie sich herausstellen wird auch nähende) Amsterdam-Besucher/innen hier einige Eindrücke:

Erster Laden:

The Otherist, Leliegracht 6, modernes Kuriositätenkabinett mit hochwertigen Dingen von Papierwaren über Schmuck bis hin zu stylischen Haushaltsgegenständen. Unter anderem verkaufen sie zwei handgefärbte Wollen: eine 100 % Schurwolle und Seidenwollmischung (30% Seide und 70 % Merino) in verschiedenen Farbtönen bzw. Farbmischungen, sowie Holzstricknadeln. Die Wolle kommt aus einem fair trade Projekt aus Urugay und wird von Frauen an verschiedenen Standorten gesponnen und gefärbt. Der Verkäufer hatte allerdings keine Ahnung vom Stricken, es gab keine Probestück, das die Wolle verstrickt zeigte oder anhand derer man ungefähr den Bedarf abeschätzen konnte.

Zweiter Laden:

Jan- De Grote Kleinvakman, Albert Cuypstraat 203a, auch kein richtiger Wollladen, sondern vor allem Paradies für Schneiderinnen. Auf der Straße hat der Laden einen Stand auf dem täglich stattfindenden Straßenmarkt, der Stand geht nahtlos über in ein schlauchförmiges, etwas rumpeliges Ladengeschäft. Neben Kurzwaren und Nähzubehör findet man hier vor allem Knöpfe, soweit das Auge reicht und eine schier unendliche Auswahl an Litzen, Borten, Kordeln, Spitzenbändern. Schon die Wände voller überquellender Regale lohnen den Besuch (auch wenn ich vor Überangebot eine echte Kaufverhaltung bekommen und keine einzige Spitze oder Borte mit nach Hause genommen habe). Der Laden hat auch eine klein Auswahl an Wolle, meist niedrigpreisige Baumwoll- und Acrylmischungen. Angesichts der überbordenden Knopf- und Bortensensation keine rechte Attraktion, dennoch kann man v.a. vorne beim „Marktstand“ ein paar Schnäppchen jagen.  Ich habe 20 Knäuel  Phildar Coton No. 10 zum Superpreis von 1 Euro das Knäuel abgestaubt (im Bild rechts). Mal sehen, was ich daraus stricken werde.

Dritter Laden:

Hierbei handelte es sich um den ersten „echten“ Strickladen: De Afstap Oude Leliestraat 12, eine tolle Auswahl vor allem hochwertige Garne (viel Rowan), davon einige on sale zum halben Preis. Im Laden kann man auch Strickstücke wie Spitzenschals und andere Accessoires aus Wolle kaufen. Außerdem stehen in diesem Laden unzählige Strickbücher v.a. in Holländisch und Englisch zum Durchblättern und sich inspirieren lassen zur Verfügung. Da ich ja schon meine 20 Knäule im Gepäck hatte, habe ich dann doch nichts gekauft, obwohl mich eine weinrote Mohair-Seide Mischung sehr gelockt hat.

Folgender Shop hatte leider geschlossen, als ich in der Nähe war, sah durch die Schaufensterscheibe aber durchaus lohnenswert aus: Penelopecraft

Advertisements

Read Full Post »

Zopfmuster. 200 Strickanregungen, hg. von Carla Scott, München 2008, Knaur-Verlag, 200 S., 24,95€.

Wertung: + + + + +

Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Englischen und Teil einer Reihe, in der in einzelnen Bänden systematisch nach Musterarten (z.B. Farbstrickmuster, Lochmuster, rechts-links-Muster) verschiedener Muster mit Strickschrift zum Nachstricken versammelt.

Jedes Muster wird mit Angaben zur Maschenzahl, einer Strickschrift und gegebenenfalls Erkärungstext wiedergeben und mit einem Farbfoto eines Probequadrats bebildert. Dass die Musterproben eines Kapitels alle in derselben Farbe gestrickt sind, erleichtert in einzelnen Fällen das Auffinden, was ansonsten aufgrund eines fehlenden Registers und nicht immer eindeutiger Zuordnebarkeit zu den Kapiteln hin und wieder etwas mühsam ist. Da die z.T. ausführliche Zeichenerklärung jeweils auf derselben Seite angegeben ist, erfordert das Nachstricken nicht einmal ein Blättern zur Auflösung der Zeichen. Neben alten Bekannten und sehr einfachen Zöpfen enthält das Buch auch komplizierte Verschlingungen und ungewöhnliche Musterkombinationen.

Totally their own ist in diesem Fall die Zusammenstellung und Gliederung unterschiedlicher Zopfmuster und in einigen Kapitel auch deren Kombination zu Musterflächen.

Fazit

Insgesamt liefert das Buch eine gute und ästhetisch ansprechende Zusammenstellung von Zopfmuster, die anhand der Strickschrift mühelos nachgestrickt werden können. Für den allerersten Anfang ist das Buch nicht geeignet, da die Grundtechniken des Strickens nicht erklärt werden. Für Anfänger/innen die diese Grundtechniken beherrrschen gibt es aber ein Glossar zu den speziell für die Zopfmuster benötigten erweiterten Maschenarten (z.B. verschiedene Arten der Umschläge) und Erklärungen zum Lesen und Nachstricken der Strickschrift. Auch die Zeichenerklärungen bei den Mustern selbst geben ausführliche Anweisungen, wie man die verschiedenen Verkreuzungen der Maschen strickt. Erfahrenere Stricker/innen finden in dem Buch einige Anregungen für eigenen Entwürfe und eine gute Übersicht über verschiedene Zopfmuster.

Die Sammlung ist in folgende Kapitel unterteilt:

Einfache Zopfmuster –  Rhomben und kunstvoll verschlungene Muster – Zöpfe – Flächenmuster – Musterkombinfationen

Read Full Post »