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Archive for August 2011

Hier also nun die Stulpe  im Pfauenschwanzmuster passend zum Cowl.

Um die Wellenkante des Cowls im Kleinen auch bei den Stulpen wieder aufzunehmen, habe ich die Kante oben noch mit Muscheln umhäkelt. Die Innenflächen sind im 1 rechts 1 links Rippenmuster gestrickt, so dass die Stulpen schön eng an der Hand anliegen. Für Cowl und Stulpen insgesamt braucht man etwas weniger als 3 Knäule.

Maschenprobe: 23Mx 28R im Muster

Nadeln: 4,0 mm

Material: Rowan Classic Yarns Silk Wool DK (50% Merino, 50% Seide; 50g/100m), ca. 1 1/2 Knäuel in Farbe „Bramble“

Schwierigkeitsgrad: + + + 0 0

Keine Gewähr für diese Einschätzung, ich finde es immer wahnsinnig schwer einzuschätzen, wie schwierig bestimmte Dinge zu stricken sind. Denn bevor man diese Frage beantwortet, muss man ja eigentlich festlegen, welche Strickfähigkeiten man als Grundlage für die Beurteilung anlegt. Ich neige beim Stricken dazu, Dinge in der Herstellung eher einfach zu finden und die Kunst des Strickens mit dem Willen zum Studium von Anleitungs-videos auf youtube und der Lektüre von Strickbüchern gleichzusetzen. Allerdings stricke ich ja auch schon eine Weile und habe – wie Choco Canel mir neulich vor Augen hielt – dadurch ein nicht zu unterschätzendes Erfahrungswissen, dass die Aneignung neuer Techniken erleichtert.

Für jemanden, die erst seit kurzem strickt und noch wenig mit der Wolllogik vertraut ist, mögen solche Techniken aus der Ferne wie unerreichbare höhere Weihen der Strickkunst erscheinen. Aber wenn man sie erstmal ausprobiert, sind sie oft gar nicht so schwer.

Wie nun bezieht man aber in die Beurteilung der Schwierigkeit ein, dass ich mit dem Resultaten meines Strickens nur selten zu hundert Prozent zufrieden bin und meistens noch ein oder zwei Dinge finde, die ich beim nächsten Mal anders machen würde? Sind die Dinge, die ich so forsch als easy bezeichne, am Ende doch eine Nummer zu groß für mich? Und meine Unzufriedenheit mit dem Endprodukt sind gar nicht die Folge von Perfektionismus, sondern die Konsequenz einer dauerhaften Selbstüberschätzung?

Nein, ich glaube Stricken ist wie der Scheinriese bei Jim Knopf: Aus der Ferne groß und und Respekt einflößend, aber aus der Nähe zumindest was die Technik angeht klein und völlig ohne Geheimnis . Entscheidend ist vielleicht die Neugier, neue Techniken und Muster einfach auszuprobieren und Lösungen für Probleme zu suchen bzw. sich über bei anderen Strickerinnen über Probleme (und Möglichkeiten deren Lösung) zu informieren, von denen  man noch nicht einmal wusste (oder die man vielleicht bisher unaufgeklärt noch nicht als Problem erkannt hat). Insofern plädiere ich für einen beherzten Zugang zum Stricken. Man sollte sich nicht zu lange mit zwei rechts zwei links Schals begnügen, sondern die Herausforderung suchen, um zu merken, dass sie gar keine ist. Letzlich entscheiden dann doch Ausdauer, Handfertigkeit, die Bereitschaft zu ordentlicher Planung und natürlich der kreative Gedanke, der dem Entwurf zugrundeliegt darüber, wie das Endprodukt wird. (Und es hilft, wenn man dabei auf einen Erfahrungsschatz von Techniken zurückgreifen kann). Aber kann man das in Grade von Schwierigkeit umrechnen? Ein unregelmäßiges Maschenbild oder eine fehlende Maschenprobe können bei einer glatt rechts gestrickten Stulpe genauso das Endresultat beeinträchtigen wie bei einem komplizierten Muster.

Um den Schwierigkeitsgrad also etwas zu qualifizieren: Für eine erfahrene Strickerin sind die Stulpen im Handumdrehen gestrickt. Anfängerinnen müssen vielleicht etwas rumfuddeln. Vor allem, wenn sie noch nie mit einem Nadelspiel gestrickt haben, sollte sie vielleicht nicht gleich auch noch ein Muster dazunehmen. Wer weiß (oder bereit ist sich anzueignen) wie Umschläge gemacht, Maschen zugenommen und normal und verschränkt zusammengestrickt werden, für die dürften die Stulpen keine allzu große Herausforderung sein. Da das elastische Rippenmuster die Weite reguliert, besteht auch keine große Gefahr, dass die Stulpe nicht passt (außer sie ist so eng, dass man sie nicht über die Hand bekommt).

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