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Archive for September 2012

In vielen größeren Strickstücken wie z.B. bei Pullovern gibt es Passagen, in denen man sukzessive zunimmt (z.B. 8 Mal je eine Masche am Anfang und Ende jeder 3ten Runde). Da man nur in einer idealen Welt die Zeit hat, diese Zunahmen in einem Rutsch und mit voller Konzentration auf den Strickprozess durchzuführen, gibt es für das reale Leben Hilfsmittel, die es erlauben, auch bei Unterbrechungen oder bei zeitgleicher Ablenkung wie Fernsehgucken, Klönen, zwischen-zwei-Reihen-Umsteigen, das-Navi-Programmieren die Übersicht über das Muster sowie die bereits gestrickten Reihen oder Runden zu behalten.

Wenn ich nach einer Strickschrift stricke oder einem Muster, das die einzelnen Reihen/Runden in der Anleitung ausformuliert, lasse ich gelegentlich einen Klebezettel mitwandern. Nicht nur weiß ich so auch nach einer längeren Strickpause , sofort, in welcher Reihe/Runde ich das Strickzeug liegen gelassen habe, der Zettel verhindert zugleich, dass ich beim Stricken einer Strickschrift über mehrere Maschen aus Versehen in der Reihe verrutsche.

Zudem gibt es Reihenzähler in verschiedenen Formen, z.B. aus  Papier oft mit zwei kleinen Scheiben zum Drehen oder aus Kunststoff zum Aufstecken auf die Stricknadel, (was allerdings nicht bei Rundstricknadeln funktioniert). Nach jeder Reihe dreht man das Rad weiter, um die Anzahl der gestrickten Maschen zu protokollieren. Ausgefeiltere Versionen können sogar neben den Reihen auch noch weitere Informationen festhalten, z.B. die Zahl der zugenommenen Maschen.

Man kann auch andere Geräte zweckentfremden, mit denen sich Dinge zählen lassen z.B. diese kleinen silbernen Klickdinger, die Stewardessen in Flugzeugen manchmal benutzen, um Passagiere zu zählen oder Veranstalter am Einlass. Ich habe meinem Freund ein solches Ding abgeschwatzt, er hatte es auf einer Werbeveranstaltung für ein After Shave bekommen – eigentlich sollte Mann damit die heißen Blicke zählen, die er nach dem Besprühen mit diesem olfaktorischen Flirthelfer auf sich zieht. Stattedessen habe ich eben eine Weile Klick für Klick meine Reihen damit gezählt.

Inzwischen bin ich aber aus mehrern Gründen wieder zu einem ganz simplen und allseits verfügbaren Hilfsmittel zurückgekehrt. Vor allem wenn es um regelmäßige Zu- und Abhnahem geht, arbeite ich am liebsten einfach mit Stift und Zettel, auf dem ich die gestrickten Runden/Reihen sowie die Abnahmen als einfache Strichliste markiere.  So einfach und unglamourös diese Methode daherkommt, hat sie meines Erachtens einige Vorzüge.

  1. arbeite ich oft an mehreren Strickstücken parallel, soviele verschiedene Reihenzähler besitze ich gar nicht, mein Vorrat an Stiften und Zetteln dagegen ist fast unerschöpflich.
  2. auf einem Zettel kann man auch noch zusätzliche Informationen vermerken z.B., ob es sich bei der jeweiligen Reihe um eine Hin- oder Rückreihe gehandelt hat. Das hilft einem auch, wenn man mal vor lauter Strickflow vergessen hat, eine Reihe zu dokumentieren. Anhand der Aufzeichnungen lässt sich so schnell nachvollziehen, in welcher Reiche man sich befindet. Auch vermerke ich auf dem Zettel, wie ich ab- oder zugenommen habe , ob und wie ich eine Anleitung modifiziert habe. Das ist besonders praktisch, wenn man ein Strickstrück nach langer Zeit wieder in die Hand nimmt. So muss man nicht mühsam die Zunahmen im Gestrick suchen und rausfinden, was man da eigentlich getan hat.
  3. lässt sich anhand dieser Aufzeichnungen, der Strickprozess leichter nachkonstruieren. Das hilft, wenn man Fehler aufspüren oder beseitigen will, oder einen Teil wieder aufribbelt.
  4. sind die „Strickprotokolle“ auf Papier praktisch, wenn man ein gegengleiches Stück stricken muss (z.B. den zweiten Ärmel). Ich lege eine zweite Strickliste direkt daneben an oder streiche die beim ersten Durchgang gemachten Striche einfach durch.
  5. bieten mir diese Zettel eine gute Gedächtnisstütze, wenn ich das Muster selbst entworfen und im Strickprozess entwickelt habe, so kann ich hinterher anhand der Aufzeichnungen eine Strickanleitung schreiben.

Hier noch einige Hinweise, wie man die Zettelwirtschaft perfektionieren kann:

Um die Listen so effizient wie möglich zu gestalten, habe ich einmal festgelegt, dass ich in Passagen mit regelmäßigen Zu-/Abnahmen normale Reihen als einfachen senkrechten Strich zeichne, Reihen, in denen ich zu- oder abhnehme als wagerechten Strich.

Damit nicht mehrere Zettel rumfliegen, die ich erst mühsam suchen oder dem jeweiligen angefanenen Strickstück zuordnen muss, befestige ich die jeweiligen Zettel einfach mit einer Sicherheitsnadel an dem jeweiligen Gestrick. Insbesondere wenn Strickzeug länger liegen geblieben ist, kann man so mühelos wieder einsteigen. Auch wenn ich unterwegs z.B. in der Bahn stricke, finde ich das ziemlich praktisch, da der Zettel so nicht runterfallen kann, während ich stricke, und ich ihn nicht verliere oder irgendwo liegen lassen kann. Als ich neulich mal vergessen hatte einen Stift mit in die Bahn zu nehmen, habe ich die Sicherheitsnadel dann einfach benutzt um Löcher in den Zettel zu pieksen und so die Reihen zu dokumentieren.

Ganz Organisierte können die Listen immer auf gelochtem Din A5 Papier anlegen und hinterher abheften, bei mir sind es allerdings oft eher irgendwelche alten Schmierpapiere.

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