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Archive for the ‘Stricktipps und -tricks’ Category

Ich bin beim Stricken nicht gerade eine exzessive Planerin. Ich stricke drauf los und versuche, Dinge, die nicht hinkommen, währenddessen oder im Nachhinein zu korrigieren – durchaus mit unorthodoxen Lösungen. Ich finde Kreativität kann sich in vielen Formen ausdrücken….

Falls es Euch ähnlich geht, hier zum Beispiel meine Lösung für eine Babyjacke (von unten in Runden gestrickt), bei der ich mal wieder nicht richtig geplant hatte, und auf einmal musste ich abketten, sonst wäre der Halsauschnitt zu klein geworden und die Jacke überhaupt unförmig. Nur hat das die Symmetrie meiner Knopfleiste zerschossen. Außerdem saß das letzte Knopfloch zu weit unten: Der Halsausschnitt sprang auf und wellte sich unschön nach außen. Meine Lösung: ein Knopf so klein, dass er kein Knopfloch benötigt, sondern einfach durch eine Masche passt.

geht doch, oder?

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Wenn die letzte Masche abgekettet ist, folgen für die professionelle Fertigstellung eines Strickstücks noch einige weitere nicht unwesentliche Schritte, sozusagen die Postproduction. Dazu gehören das Vernähen der Fäden und gegebenenfalls das Zusammennähen der einzelnen Teile und davor das Blocken bzw. Spannen. Ich habe diesen (Zwischen-)Schritt lange übergangen und bin erst durch die stetigen Ermahnungen englischsprachiger Anleitungen „to block to finish measurements“, „block to open lace pattern“ oder „to block as desired“ darauf gekommen, dass es nach dem Abketten (und vor dem Zusammennähen) noch etwas zu tun geben könnte.

Auch in deutschen Anleitungen findet man diesen Schritt in gelegentlich z.B. in der Aufforderung „die Strickteile in Form spannen“ oder auch „spannen und dämpfen“. Allerdings ist der Begriff in meinen Augen irreführend, denn im Normalfall sollte man das Gestrick gerade nicht spannen, d.h. unter Spannung setzen, da es sonst seine Elastizität verliert. (Ich spreche daher im Folgendne von „blocken“ und benutze spannen nur dann, wenn tatsächlich gespannt werden soll.)

Was im Englischen mit „to block“ und im Deutschen mit Spannen bezeichnet wird, ist ein einfacher aber wirkungsvoller Vorgang, der nicht nur Gelegenheit bietet, die Elastizität der Wolle dazu zu nutzen, einzelne Schnitteile exakt in die Maße des vorgegebenen Schnitts zu bringen, sondern auch, das Maschenbild gleichmäßiger zu machen. Dazu steckt man die einzelnen Schnittteile bzw. bei nahtlosen Strickstücken das fertige Strickteil mit langen Stecknadeln auf einem weichen Untergrund vorsichtig ( gegebenenfalls entsprechend der Schnittvorgaben) in Form. Besonders zaghaft sollte man bei Strickteilen in kraus rechts oder Rippenmuster, sein, die auch nach dem Blocken noch elastisch sein und „negative ease“ haben sollen.* Hier das Gestrick auf keinen Fall unter Spannung setzen, sondern einfach in zusammengezogener Form feststecken. Ich nutze für das Blocken Styroporplatten aus dem Baumarkt, was besonders gut funktioniert, weil die Nadeln gut halten und die Wolle auf dem Kunststoffuntergrund auch schneller trocknet, zur Not geht aber auch ein dickes Handtuch.

Dann besprüht man das Gestrick mit Wasser (ich nehme dazu immer eine alte, gereinigte und mit Wasser gefüllte Deoflasche) bis es schön feucht ist und lässt die Strickstücke anschließend gut trocknen. Das in einigen Anleitungen empfohlene „Dämpfen“ mache ich fast nie, weil die Wolle dadurch ihre Elastizität komplett verliert, aber manchmal will man genau das (z.B. wenn ein im Rippenmuster gestrickter Pulli seinen „negative ease“ verlieren soll, oder z.B. wenn sich Ränder einrollen). In diesem Fall, keine Styroporplatte sondern ein Bügelbrett oder ein Handtuch als Unterlage benutzen, die Strickteile gespannt feststecken und vorsichtig bei niedriger Temperatur in einigen Zentimetern Abstand und mit Dampf über das Gestrick gleiten und anschließend trocknen lassen.

Einen ähnlichen aber nicht ganz so starken Effekt erzielt man, wenn man das Gestrick relativ stark anfeuchtet und dann soweitTuch 3 auseinanderzieht, dass die links-rechts Rippen sich nicht wie im trockenen Zustand zusammenziehen, sondern hier im eigentlichen Sinne des Wortes gespannt werden. Das Strickstück so gespannt feststecken und trocknen.

Ein wirkliches „Spannen“, d.h. ein Auseinanderziehen und Fixieren des Gestricks benötigen auch Strickstücke mit Lochmuster. Ziel ist hier, dass sich das Muster nach dem Trocknen gerade nicht wieder zusammenzieht. Dafür sollte das Gestrick mit Hilfe der Nadeln so weit unter Spannnung gesetzt werden, dass sich die Löcher öffnen und das Muster voll zur Geltung kommt. Man kann das Gestrick entweder vorher anfeuchten oder nach dem Feststecken gut einsprühen.

Ganz professionelle Konfektionistinnen „blocken“ auch ihre Maschenprobe vor dem Auszählen….

Viel Spaß beim Fertigstellen!

*ich habe keine gute Übersetzung gefunden, aber negative ease bezeichnet Strickstücke die sich im Normalzustand aufgrund eines elastischen Musters zusammenziehen und so einen geringeren Umfang haben, als das entsprechende Körperteil. Beim Tragen werden sie somit leicht gedehnt. Positive ease ist dementsprechend der Spielraum der zwischen den Körpermaßen und den Maßen des fertiggestellten Kleidungsstücks berechnet wird.

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Star Talers cowl left

Und hier mal wieder eine Strickanleitung zum Download für einen Cowl (die deutsche Übersetzung ist ein schön umständliches Wort: Schalkragen)

Der Cowl ist aus zwei der Knäuel entstanden, die ich aus Sizilien mitgebracht habe. Zwar haben sich die Sterne, nicht wie bei Sternentaler in Goldstücke verwandelt, aber es sieht aus, als seien lauter kleine Sterne am Cowl hängen geblieben.

Der Sternenstich macht das Gestrick relativ fest und dick und es fällt nicht besonders weich. Er ist dadurch super für einen Cowl geignet, der so seine Form behält und um den Hals geschlungen nicht in sich zusammensackt. Durch das dicke und mehrschichtige Gewebe hält er zudem extra warm.

Der Cowl wird in Reihen quer zur späteren Tragerichtung gestrickt und dann zu einem Schlauch geschlossen und zusammengenäht. Damit die Naht nicht sichtbar ist, beginnt man mit einem provisorischen Anschlag, den man später löst, das Strickstück wird nicht abgekettet, sondern die letzte Reihe einfach an die erste Strickreihe angenäht, mit einem Sterntalers Cowl StrickrichtungMaschenstich.

Ein video, wie man das tut, findet ihr z.B. hier (in Englisch) oder hier (auf Deutsch, allerdings sieht das Nähen in diesem Video schwerer aus, als es ist, da der Nähfaden zu dünn ist und die Strickstücke sehr stark hin- und her wackeln und die Maschen mitunter schwer zu erkennen sind). Ein besseres Video auf Deutsch habe ich nicht gefunden. Letzlich führt man beim Maschenstich den Faden so durch die Maschen er zu verbindenden Strickreihen, dass man Strick-Maschen nachahmt. Mit ein bisschen räumlichem Vorstellungsvermögen und dem Wissen, wie rechte und linke Maschen aufgebaut sind, kann man sich das auch gut am Strickstück erschließen.

Und hier die Strickanleitung als PDF zum Download:

Sterntalers Cowl (auf Deutsch)

Star Talers cowl_(in English)

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Vor dieser Strickleistung erstarre ich in Ehrfurcht..

Ein Vorteil des Handarbeitens ist, dass man unabhängig von der aktuellen Mode beliebig in Modestilen vergangener Epochen wildern kann.

Das Nachstricken (oder auch nur Angucken) älterer Strickmuster hat für mich auch insofern einen ganz besonderen Reiz, als in vergangenen Jahrzehnten oft noch viel aufwändigere Muster und Schnitte verwendet wurden. Das Durchblättern entsprechender Anleitungen bringt mir also oft schon aufgrund der Faszination für elaborierte Stricktechniken und Kunstfertigkeit Vergnügen.

Wer gerne Kleidungsstücke im Stil früherer Jahrzehnte anfertigen (oder visuell konsumieren) will, kann dies auf vielfältige Weise tun:

1. Das Arbeiten mit originalen Anleitungen

Alte Strickhefte oder Handarbeitsbücher bekommt man in  Antiquariaten, auf Flohmärkten oder bei Ebay. Oft haben auch öffentliche Bibliotheken ältere Strickbücher in ihrem Bestand. Manchmal lohnt es sich auch, Verwandte nach verstaubten Schätzen zu fragen.

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Ich habe so z.B. den Klassiker von Ruth Zechnlin „Werkbuch für Mädchen“ in die Finger bekommen. Meine 18. Auflage von 1954 hat im Anhang eine Stilkunde, die als historisches Dokument hochinteressant ist und schon allein deswegen die Lektüre lohnt.  Auch auf ravelry findet man mit dem Suchwort „vintage“ einige eingescannte alte Strickanleitungen. Ansonsten hält das Netz einige webseiten parat, auf dem man entsprechende Anleitungen herunterladen kann. Einige Seiten, die ich ganz interessant finde, sind die Folgenden:

http://www.vintagepurls.co.nz

http://trove.nla.gov.au/

http://www.freevintageknitting.com/women.html

http://knitting-and.com/knitting/patterns-clothing.htm

Interessanterweise sind die älteren Anleitungen im Vergleich zu heutigen Strickanleitungen relativ spärlich und jenseits des generellen Schnittmusters und Angaben zum Muster bleibt es der Nachstrickerin  überlassen, die notwenigen Arbeitsschritte wie Zunahmen etc. selbst auszurechenen. Vermutlich lag das auch daran, dass Frauen in viel selbstverständlicherem Maße über profunde Handarbeitskenntnisse verfügten.

Strickzeitschriften 1930-1960

Strickzeitschriften 1930-1960

Bei der Lektüre dieser Hefte wird einem auch sofort deutlich, wie sehr sich das Image und die Funktion von Stricken verändert hat. Da geht es nicht um Stricken als Freizeit- und Wellnesstätigkeit, nirgendwo ist die Rede von Meditiation, Stressreduktion und kein einziger Yogavergleich ist zu finden. Auch der kreative Aspekt, das Schwelgen in Garnen und Farben, die Selbstentfaltung im (künstlerischen) Schaffensprozess werden nicht thematisiert – wie das Stricken überhaupt eher Haushaltstätigkeit als Design oder künstlerisches Ausdrucksmittel ist.

Das Stricken erscheint vielmehr als eine zentrale Tätigkeit, ja Verpflichtung von Hausfrauen, die sich so um die Garderobe der ganzen Familie zu kümmern hatten. Da wurde nicht der Kleiderschrank, gefüllt mit Klamotten diverser großer Ketten, durch einen großzügig verschenkten Lieblingspulli ergänzt, sondern ganz fundamental mit dem Stricken von Socken über Unterwäsche bis hin zu Pullovern und Strickjacken Jahr für Jahr an der Grundausstattung gearbeitet. Zudem ermöglichte das Handarbeiten Frauen, luxuriöse Stücke (kostengünstig) selbst anzufertigen, wie das Spitzenstrickkleid im Foto rechts oben.

2. Aktuelle Strickbücher mit Vintage-SchnittenA Stitch in a Time - I

Wer entweder auf den Komfort ausführlicher Anleitungen nicht verzichten will oder aber nicht so puristisch ist und eher Kleidungsstücke „im Stil“ frühere Mode sucht, als Originalstücke, die so richtig gut nur mit dem notwendigen Equipment wie Tüten-BHs, Korsagen usw. wirken, für den gibt es auch neuere Strickbücher, die ältere Schnitteaufbereiten und für neue Garne umarbeiten, adaptieren oder nachempfinden. Denn schließlich ist auch der Retro-Stil längst Teil der Mode und nicht deren Verweigerung und hat damit auch die entsprechenden Effekte auf den (Strick-)Buchmarkt.

Aus der Fülle der Angebote hier nur eine sehr willkürliche Auswahl: A Stitch in a Time Bd. 1 und 2; Vintage Knits aus der Reihe (Vogue Knitting on the go); Vogue Knitting. Vintage Collection.

3. Vintage-Mode selbst entwerfenomas strickgeheimnisse

Man kann sich natürlich auch in alten Modezeitschriften oder illustrierten Geschichten der Mode inspirieren lassen, und sich seine Vintagemode selbst entwerfen. Unterstützung findet man dafür z.B. bei Sammlungen alter Strickmuster wie z.B. Omas Strickgeheimnisse, Bäuerliches Stricken 1-3 und Barbara Walker: A Treasury of Knitting Patterns (mehrer Bände).

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Mit Strickschriften werden aber nicht nur verschiedenen Strickstiche angegeben, wie ich hier beschrieben habe, sondern auch Informationen über die Konstruktion von Strickstücken, also zum Beispiel die Zunahmen im MusStrickschrift Abnahmenter bei einem Spitzentuch oder ein Sechstel einer Mütze, der dann sechsmal hintereinander in der Runde gestrickt wird (wie z.B. bei meiner fair isle Mütze in Fliederfarben). Da man wegen der Abnahmen in immer weniger Maschen hat, werden entsprechend auch die Kästchen in der schematischen Zeichnung weniger (oder mehr), so wie in der nebenstehenden Abbildung, das ein Beispiel eines fiktiven Mützen-Sechstels zeigt.

(Legende: I=rechte Masche, /=2 zusammenstricken, \=2 verschränkt zusammenstricken)

Um die Strickschriften übersichtlich zu halten, werden mitunter auch innerhalb der Strickschrift Reihen weggelassen, wenn sie alle in einer Maschenart gestrickt werden. Also bei Mustern, in der nur in jeder zweiten Reihe „gemustert“ und die Reihe dazwischen einfach links gestrickt wird, werden diese Reihen nicht in die Strickschrift aufgenommen. Man erkennt dies an der Nummerierung der Reihen am Rand, manchmal ist auch noch ein „die geraden Reihen links stricken“ unter der Strickschrift angegeben.

O / O / O / O / I I I  3. R <–
/ O / O / O / O I I I  1. R <–
 
Die geraden Reihen Reihen links stricken (in Runden rechts)
(Legende: O=Umschlag, /=2 zusammenstricken, I=rechts stricken)
 

Und auch Wiederholungen von Mustersätzen innerhalb eines Strickstücks werden nicht alle ausgeschrieben, z.B. bei regelmäßigen Zunahmen am Rand eines Spitzentuchs. Man folgt zunächst der Strickschrift und strickt immer die Anzahl Maschen, die dort angegeben sind, aber nach einigen Reihen wiederholt sich das Zunahmeschema an den Rändern. In der Mitte muss aber eine zweite Wiederholungen des Mustersatzes gestrickt werden, weil durch die Zunahmen der vorherigen Reihen die Maschen in der Mitte kontinuierliche mehr werden. Diese Wiederholungen werden dann innerhalb der Strickschrift durch einen Kasten angegeben.Strickschrift Spitzentuch

Dieses Beispiel zeigt die eine Seite eines fiktiven Dreieckstuchs an, ohne Randmaschen und Mittelmasche. (Um ein Dreieckstuch zu stricken, müsste man Randmaschen und Mittelmasche ergänzen und die Strickschrift zweimal stricken (jeweils rechts und links von der Mittelmasche) Die ersten Maschen würde man zunächst exakt entsprechend Legende1der Strickschrift stricken, aber in Reihe 23 die eingekastelten Maschen (Maschen 11-16) von Reihe 17 zweimal also nach Masche 16 noch mal ein Umschlag, 3 zusammen, ein Umschlag, drei rechts und dann mit Masche 17 weiter. In den folgenden Reihen dann entsprechend.

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Ich habe neulich mitbekommen, wie eine Freundin völlig von einer Strickanleitung überfordert war, weil sie die dort angegebene StrickschriftStrickschrift nicht lesen konnte. So habe ich gedacht, dass ich vielleicht mal ein paar generelle Hinweise dazu hier aufschreiben werde.

Strickschrift ist eine schematische Zeichnung von Maschen.

Meist werden Strickmuster so angegeben und zwar genau der Ausschnitt eines Musters, der sich immer wiederholt, der in der ausgeschriebenen Form also zwischen den Sternchen (von * bis * wiederholen) erscheint. JedeLegendes Kästchen gibt eine Masche wieder, jede Kästchenreihe eine Reihe bzw. Runde. In den Kästchen werden unterschiedliche Maschenarten mit verschiedenen Icons angezeigt. Es gibt keine einheitliche Verwendung dieser Icons, insofern haben Strickmuster eigentlich immer eine Legende in der die Icons aufgeschlüsselt werden.

Strickschrift zeigt die Maschen meist so an, wie sie auf der später außen liegenden Seite erscheinen . Daraus folgt, dass man sie unterschiedlich lesen muss, je nachdem, ob man in der Runde oder der Reihe strickt.

In der Runde stricken

Wenn man in der Runde strickt, strickt man immer von derselben, in der Regel  äußeren, Seite. Für das Lesen der Strickschrifstrickschrift in Runden Leserichtungt heißt dies, dass man die Maschen genau so strickt, wie sie in der Strickschrift verzeichnet sind und später auch erscheinen. Allerdings beginnt man in der untersten Kästchenreihe, weil das Strickstück von unten nach oben wächst. Und man beginnt jede Kästchenreihe von rechts und liest dann weiter nach links, da man auch von rechts nach links strickt.

In diesem Beispiel geht das Muster über vier Maschen und vier Runden. Manwürde man also in der wie folgt stricken:

1. Runde: rechte Masche, rechte Masche, rechte Masche,  linke Masche
2. Runde: l inke Masche, rechte Masche,  rechte Masche,  rechte Masche
3.  Runde: rechte Masche,  linke Masche,  rechte Masche,  recht Masche
4. Runde: rechte Masche,  rechte Masche,  linke Masche,  rechte Masche
 

Das Muster erscheint aber von unten nach oben und sieht wenn es fertig gestrickt ist genau aus, wie die Strickschrift:

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In der Reihe stricken

Wenn man in der Reihe strickt, strickt man abwechselnd von der äußeren und von der inneren Seite. Daher muss man beim Lesen der Strickschrift in jeder zweiten Reihe die als Maschen der äußeren Seite angezeigten Maschenarten „umdrehen“, d.h. in die entsprechende Masche von der inneren Seite umwandeln. Eine Masche, die außen rechts erscheint erscheint auf der inneren Seite links. Wenn in der Strickschrift also eine recht Masche in einer inneren Reihe angegeben ist, muss man sie in eine linke Masche umwandeln. Bei den meisten Mustern passiert in den inneren Reihen ziemlich wenig, so dass man selten in die Verlegenheit kommt, Maschen im Kopf „umzudrehen“.  In einigen Legenden zu Strickschriften sind zur Vereinfachung die zu strickenden Maschen jeweils für die innere und äußere Seite angegeben . Man kann dan einfach nachgucken, was man in einer inneren Reihe für das jeweilige Icon stricken muss (siehe Legende oben).

Auch die Leserichtung ändert sich mit jeder Reihe:Strickschrift in Reihen Leserichtung

Man liest die äußeren (meist ungraden) Reihen von rechts nach links (so wie man strickt) und die inneren (meist geraden Reihen von links nach rechts. (Selbstverständlich strickt man auch diese Reihen von rechts nach links, aber da man das Strickstück umgedreht hat, beginnt man mit der letzten Masche und strickt dann bis zur ersten. Wenn man also beim Stricken von inneren Reihen von vorne auf die später außen liegenden Seite guckt, strickt man eben genau andersherum von links nach rechts.)

In der Reihe würde man dieses Muster so stricken:

1. Reihe: rechte Masche,  rechte Masche,  rechte Masche,  linke Masche
2. Reihe: links, links,  links,  rechte Masche
3. Reihe: rechte Masche,  links,  rechte Masche, rechte Masche
4. Reihe: linke Masche, rechte Masche, linke Masche, linke Masche
 

auf der Außenseite erscheint es exakt wie beim Stricken in Runden so:

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(in einigen Strickzeitschrifte habe ich auch schon gesehen, dass die Maschen so angezeigt werden, wie sie gestrickt werden müssen, man liest in Reihen die ungeraden Reihen von rechts nach links, die geraden von links nach rechts, muss die Maschenarten aber nicht im Kopf umdrehen…also genau die Erklärungen der jeweiligen Strickschrift lesen)

Fortsetzung folgt….

 

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In vielen größeren Strickstücken wie z.B. bei Pullovern gibt es Passagen, in denen man sukzessive zunimmt (z.B. 8 Mal je eine Masche am Anfang und Ende jeder 3ten Runde). Da man nur in einer idealen Welt die Zeit hat, diese Zunahmen in einem Rutsch und mit voller Konzentration auf den Strickprozess durchzuführen, gibt es für das reale Leben Hilfsmittel, die es erlauben, auch bei Unterbrechungen oder bei zeitgleicher Ablenkung wie Fernsehgucken, Klönen, zwischen-zwei-Reihen-Umsteigen, das-Navi-Programmieren die Übersicht über das Muster sowie die bereits gestrickten Reihen oder Runden zu behalten.

Wenn ich nach einer Strickschrift stricke oder einem Muster, das die einzelnen Reihen/Runden in der Anleitung ausformuliert, lasse ich gelegentlich einen Klebezettel mitwandern. Nicht nur weiß ich so auch nach einer längeren Strickpause , sofort, in welcher Reihe/Runde ich das Strickzeug liegen gelassen habe, der Zettel verhindert zugleich, dass ich beim Stricken einer Strickschrift über mehrere Maschen aus Versehen in der Reihe verrutsche.

Zudem gibt es Reihenzähler in verschiedenen Formen, z.B. aus  Papier oft mit zwei kleinen Scheiben zum Drehen oder aus Kunststoff zum Aufstecken auf die Stricknadel, (was allerdings nicht bei Rundstricknadeln funktioniert). Nach jeder Reihe dreht man das Rad weiter, um die Anzahl der gestrickten Maschen zu protokollieren. Ausgefeiltere Versionen können sogar neben den Reihen auch noch weitere Informationen festhalten, z.B. die Zahl der zugenommenen Maschen.

Man kann auch andere Geräte zweckentfremden, mit denen sich Dinge zählen lassen z.B. diese kleinen silbernen Klickdinger, die Stewardessen in Flugzeugen manchmal benutzen, um Passagiere zu zählen oder Veranstalter am Einlass. Ich habe meinem Freund ein solches Ding abgeschwatzt, er hatte es auf einer Werbeveranstaltung für ein After Shave bekommen – eigentlich sollte Mann damit die heißen Blicke zählen, die er nach dem Besprühen mit diesem olfaktorischen Flirthelfer auf sich zieht. Stattedessen habe ich eben eine Weile Klick für Klick meine Reihen damit gezählt.

Inzwischen bin ich aber aus mehrern Gründen wieder zu einem ganz simplen und allseits verfügbaren Hilfsmittel zurückgekehrt. Vor allem wenn es um regelmäßige Zu- und Abhnahem geht, arbeite ich am liebsten einfach mit Stift und Zettel, auf dem ich die gestrickten Runden/Reihen sowie die Abnahmen als einfache Strichliste markiere.  So einfach und unglamourös diese Methode daherkommt, hat sie meines Erachtens einige Vorzüge.

  1. arbeite ich oft an mehreren Strickstücken parallel, soviele verschiedene Reihenzähler besitze ich gar nicht, mein Vorrat an Stiften und Zetteln dagegen ist fast unerschöpflich.
  2. auf einem Zettel kann man auch noch zusätzliche Informationen vermerken z.B., ob es sich bei der jeweiligen Reihe um eine Hin- oder Rückreihe gehandelt hat. Das hilft einem auch, wenn man mal vor lauter Strickflow vergessen hat, eine Reihe zu dokumentieren. Anhand der Aufzeichnungen lässt sich so schnell nachvollziehen, in welcher Reiche man sich befindet. Auch vermerke ich auf dem Zettel, wie ich ab- oder zugenommen habe , ob und wie ich eine Anleitung modifiziert habe. Das ist besonders praktisch, wenn man ein Strickstrück nach langer Zeit wieder in die Hand nimmt. So muss man nicht mühsam die Zunahmen im Gestrick suchen und rausfinden, was man da eigentlich getan hat.
  3. lässt sich anhand dieser Aufzeichnungen, der Strickprozess leichter nachkonstruieren. Das hilft, wenn man Fehler aufspüren oder beseitigen will, oder einen Teil wieder aufribbelt.
  4. sind die „Strickprotokolle“ auf Papier praktisch, wenn man ein gegengleiches Stück stricken muss (z.B. den zweiten Ärmel). Ich lege eine zweite Strickliste direkt daneben an oder streiche die beim ersten Durchgang gemachten Striche einfach durch.
  5. bieten mir diese Zettel eine gute Gedächtnisstütze, wenn ich das Muster selbst entworfen und im Strickprozess entwickelt habe, so kann ich hinterher anhand der Aufzeichnungen eine Strickanleitung schreiben.

Hier noch einige Hinweise, wie man die Zettelwirtschaft perfektionieren kann:

Um die Listen so effizient wie möglich zu gestalten, habe ich einmal festgelegt, dass ich in Passagen mit regelmäßigen Zu-/Abnahmen normale Reihen als einfachen senkrechten Strich zeichne, Reihen, in denen ich zu- oder abhnehme als wagerechten Strich.

Damit nicht mehrere Zettel rumfliegen, die ich erst mühsam suchen oder dem jeweiligen angefanenen Strickstück zuordnen muss, befestige ich die jeweiligen Zettel einfach mit einer Sicherheitsnadel an dem jeweiligen Gestrick. Insbesondere wenn Strickzeug länger liegen geblieben ist, kann man so mühelos wieder einsteigen. Auch wenn ich unterwegs z.B. in der Bahn stricke, finde ich das ziemlich praktisch, da der Zettel so nicht runterfallen kann, während ich stricke, und ich ihn nicht verliere oder irgendwo liegen lassen kann. Als ich neulich mal vergessen hatte einen Stift mit in die Bahn zu nehmen, habe ich die Sicherheitsnadel dann einfach benutzt um Löcher in den Zettel zu pieksen und so die Reihen zu dokumentieren.

Ganz Organisierte können die Listen immer auf gelochtem Din A5 Papier anlegen und hinterher abheften, bei mir sind es allerdings oft eher irgendwelche alten Schmierpapiere.

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