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Trisha Malcolm (Hrsg.): Vogue Knitting: Vintage Collection. Classic Knits from the 1930s-1960s, New York 2001.

Wertung: +++oovintageknits1

Bei dem Buch handelt es sich um eine Auswahl von Strickanleitungen aus der Vogue Knitting aus dem angegebenen Zeitraum. In dem Buch wurden diese Strickanleitungen für moderne Garne adaptiert und etwas an heutige Körperformen und Modevorstellungen angepasst.

Es enthält hauptsächlich Muster für Frauen aber auch einige Kleidungsstücke für Männer und Kinder und Babies. Die Schnitte  (z.B. Kleider, Pullover, (Strick)jäcken/mäntel, Schals/Tücher) sind so vielfältig wie die verwendeten Techniken (Zopf, fair isle, Lochmuster, Intarsien) und Garne (zu stricken auf Nadeln zwischen 2mm- 19mm).

Den Mustern vorangestellt ist in den meisten Fällen das eine Originalabbildung aus der Vogue Knitting sowie das Angaben zum ursprünglichen Erscheingunsdatum. Die Anleitungen sind auch mit Neuaufnahmen der adaptierten Kleidungsstücke illustriert. Gerade im Vergleich der Fotos fällt auf, wie stark der „Retrolook“ bei einigen Kleidungsstücken eher von den Accessoirs, der Frisur und dem Make up abhängt. Für sich genommen wirken einige Stücke gar nicht so „vintage“. Bei den Babyklamotten sticht die „Vintage“ Qualität am ehesten sofort ins Auge – vielleicht, weil heute einfach nicht mehr so viele Menschen ihren Babies gestrickte Jäckchen und Kappen anziehen. Die Einleitung gibt eine sehr kurze Skizze der Entwicklung des Strickens bzw. der Vogue Knitting zwischen den 1930er und den 1960ern.

Zu den Anleitungen gehören neben den üblichen Angaben zu Größen, Material und Maschenprobe und der eigentlichen Anleitung Schnittzeichnungen mit Größenangaben. Die Pullover/Strickjacken sind alle aus mehreren Stücken zusammengesetzt (keine bottom-up oder top-down-Anleitungen).

Totally their own: Ist die Zusammenstellung und Adaption alter Strickanleitungen. Originell sind in der Sammlung vor allem ein „Pailette Dress“ (für Frauen und Mädchen)  und der „Chunky Coat“ aus dicker Wolle.

Fazit: Das Buch ist eine gute Sammlung von adaptierten Vogue-Vintage Mustern. Bei Stücken wie dem „Cashmere Turtleneck“ und vor allem den Männer Pullovern handelt es sich eher um zeitlose „Klassiker“ als Vintagestücke, die sofort einer bestimmten Dekade zuzuordnen sind. Nicht unwichtiger Lerneffekt des Buches ist damit aber, dass es eben auch auf das Drumherum eines Vintagestücks ankommt. Da das Buch nur spärliche generelle Anweisungen enthält, ist es eher für Stricker/innen geeignet, die schon über etwas Erfahrung verfügen.

Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt:

Introduction – Before You Begin – Women’s Spring/Summer – Women’s Fall/Winter – Men’s Sweaters – Babies and Children – Scarves and Shawls – Acessories

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Ich nutze mal die Ruhe zwischen den Jahren, um enWolladen in Loveredlich einen Eintrag fertig zu stellen, den ich seit unserem Sommerurlaub geplant habe. Denn wir waren wieder in Italien und ich habe wieder kräftig Wolle gekauft. Die ersten Knäule sind in Lovere am Lago d’Iseo in meinen Koffer gewandert. Wir sind dort, als wir schon fast durch den Ort durch waren, auf eine kleine Wollboutique gestoßen (am Piazza Giuseppe Garibaldi).

Wolle aus Lovere

Ich habe zwei Knäule in meliertem Farbverlauf in Lilatönen (Mistero trends von Adriafil) gekauft.

Den nächsten Wolladen habe ich in Venedig erspäht mitten in der Altstadt, leider konnte ich nicht hineingehen, weil mich der unaufhörlich vorwärtsdrängende Touristenstrom  sofort vom Schaufenster weggerissen hat.

Den Abschluss hat unsere Reise in Mailand genommen, da wir nach zwei Wochen Kirchen, Kunst und Kultur etwas reizüberflutet waren, haben wir in Mailand eher ungewöhnliche Ziele angesteuert. Dazu gehörten auch zwei Wolläden, deren Adressen ich mir vorher rausgesucht hatte. Und beide Ausflüge haben sich wirklich gelohnt. Zum einen haben sie uns in ganz alltäglich Ecken von Mailand geführt, mit netten Geschäften, Bars und Cafés aber eben unspektakulär. Zum anderen war jeder Besuch für sich ein Erlebnis – sehr unterschiedlich, aber beide Male grandios.

Der erste Laden war Emporia Lanar (www.lanar.it) in der ViBaumwollea Nino Bixio 7 – 20129 Milano. Wollgeschäft ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, denn es handelt sich um das Ladengeschäft eines Wollherstellers, der seit 1946 verschiedene Garne produziert. Man betritt einen hellen, luftigen, weitläufigen Raum, in dem verschiedene Garne zum Verkauf angeboten werden, in den hinteren Räumen stehen in großen Holzregalen bis zur Decke Konen mit den einzelnen Fäden aus denalpakaen die Garne dann verzwirnt werden.

Ich habe vier Knäuel Baumwolle gekauft (die eigentlich zu diesem Zeitpunkt bereits in kleine Badezimmerbeutel verhäkelt und unterm Weihnachtsbaum verschenkt hätten sein sollen – aber das hat sich irgendwie nicht ergeben) und ein Knäuel Alpaca-Wolle hellblau in einer Tweedoptik.

Der zweite Laden war Il centro della lana in der Via Montevideo, 25, ein  großer Raum vom Fußboden bis zur Decke zum Bersten vollgestopft mit unterschiedlichsten Garnen. In der Mitte lauter Tische mit Sonderangeboten. Ich bin minutenlang völlig überfordert die engen Gassen zwischen den unzähligen Knäulen hin und hergetigert, während die drei Verkäufer auf einer Leiter in den obersten Regalen entweder eine neue Lieferung einsortiert oder eine Art Inventur gemacht haben, auf wolle-Kunstfaserjeden Fall wurden Knäule in unterschiedlichsten Farben schön in 10ner Tüten verpackt gezählt vermerkt und wieder in die Regale gelegt. Letztendlich habe ich mich für eine herabgesetzte Wolle-Kunstfasermischung (Pamir, SandiLane) entschieden. Ihre melierte lila-weiße Farbverlaufoptik hat im Grunde das Anfangsthema der Reise wieder aufgenommen.

Übrigens in keinem der Läden kam ich mit Englisch weiter, also habe ich folgende Vokabeln gelernt:

gomitolo: Knäuel
cotone: Baumwolle
lana: Wolle
lavorare a maglia: stricken
ferri da calza: Stricknadeln
 

Star Talers cowl left

Und hier mal wieder eine Strickanleitung zum Download für einen Cowl (die deutsche Übersetzung ist ein schön umständliches Wort: Schalkragen)

Der Cowl ist aus zwei der Knäuel entstanden, die ich aus Sizilien mitgebracht habe. Zwar haben sich die Sterne, nicht wie bei Sternentaler in Goldstücke verwandelt, aber es sieht aus, als seien lauter kleine Sterne am Cowl hängen geblieben.

Der Sternenstich macht das Gestrick relativ fest und dick und es fällt nicht besonders weich. Er ist dadurch super für einen Cowl geignet, der so seine Form behält und um den Hals geschlungen nicht in sich zusammensackt. Durch das dicke und mehrschichtige Gewebe hält er zudem extra warm.

Der Cowl wird in Reihen quer zur späteren Tragerichtung gestrickt und dann zu einem Schlauch geschlossen und zusammengenäht. Damit die Naht nicht sichtbar ist, beginnt man mit einem provisorischen Anschlag, den man später löst, das Strickstück wird nicht abgekettet, sondern die letzte Reihe einfach an die erste Strickreihe angenäht, mit einem Sterntalers Cowl StrickrichtungMaschenstich.

Ein video, wie man das tut, findet ihr z.B. hier (in Englisch) oder hier (auf Deutsch, allerdings sieht das Nähen in diesem Video schwerer aus, als es ist, da der Nähfaden zu dünn ist und die Strickstücke sehr stark hin- und her wackeln und die Maschen mitunter schwer zu erkennen sind). Ein besseres Video auf Deutsch habe ich nicht gefunden. Letzlich führt man beim Maschenstich den Faden so durch die Maschen er zu verbindenden Strickreihen, dass man Strick-Maschen nachahmt. Mit ein bisschen räumlichem Vorstellungsvermögen und dem Wissen, wie rechte und linke Maschen aufgebaut sind, kann man sich das auch gut am Strickstück erschließen.

Und hier die Strickanleitung als PDF zum Download:

Sterntalers Cowl (auf Deutsch)

Star Talers cowl_(in English)

Vintage-Mode stricken

Vor dieser Strickleistung erstarre ich in Ehrfurcht..

Ein Vorteil des Handarbeitens ist, dass man unabhängig von der aktuellen Mode beliebig in Modestilen vergangener Epochen wildern kann.

Das Nachstricken (oder auch nur Angucken) älterer Strickmuster hat für mich auch insofern einen ganz besonderen Reiz, als in vergangenen Jahrzehnten oft noch viel aufwändigere Muster und Schnitte verwendet wurden. Das Durchblättern entsprechender Anleitungen bringt mir also oft schon aufgrund der Faszination für elaborierte Stricktechniken und Kunstfertigkeit Vergnügen.

Wer gerne Kleidungsstücke im Stil früherer Jahrzehnte anfertigen (oder visuell konsumieren) will, kann dies auf vielfältige Weise tun:

1. Das Arbeiten mit originalen Anleitungen

Alte Strickhefte oder Handarbeitsbücher bekommt man in  Antiquariaten, auf Flohmärkten oder bei Ebay. Oft haben auch öffentliche Bibliotheken ältere Strickbücher in ihrem Bestand. Manchmal lohnt es sich auch, Verwandte nach verstaubten Schätzen zu fragen.

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Auswahl von Strickzeitschriften 1950-1970

Ich habe so z.B. den Klassiker von Ruth Zechnlin „Werkbuch für Mädchen“ in die Finger bekommen. Meine 18. Auflage von 1954 hat im Anhang eine Stilkunde, die als historisches Dokument hochinteressant ist und schon allein deswegen die Lektüre lohnt.  Auch auf ravelry findet man mit dem Suchwort „vintage“ einige eingescannte alte Strickanleitungen. Ansonsten hält das Netz einige webseiten parat, auf dem man entsprechende Anleitungen herunterladen kann. Einige Seiten, die ich ganz interessant finde, sind die Folgenden:

http://www.vintagepurls.co.nz

http://trove.nla.gov.au/

http://www.freevintageknitting.com/women.html

http://knitting-and.com/knitting/patterns-clothing.htm

Interessanterweise sind die älteren Anleitungen im Vergleich zu heutigen Strickanleitungen relativ spärlich und jenseits des generellen Schnittmusters und Angaben zum Muster bleibt es der Nachstrickerin  überlassen, die notwenigen Arbeitsschritte wie Zunahmen etc. selbst auszurechenen. Vermutlich lag das auch daran, dass Frauen in viel selbstverständlicherem Maße über profunde Handarbeitskenntnisse verfügten.

Strickzeitschriften 1930-1960

Strickzeitschriften 1930-1960

Bei der Lektüre dieser Hefte wird einem auch sofort deutlich, wie sehr sich das Image und die Funktion von Stricken verändert hat. Da geht es nicht um Stricken als Freizeit- und Wellnesstätigkeit, nirgendwo ist die Rede von Meditiation, Stressreduktion und kein einziger Yogavergleich ist zu finden. Auch der kreative Aspekt, das Schwelgen in Garnen und Farben, die Selbstentfaltung im (künstlerischen) Schaffensprozess werden nicht thematisiert – wie das Stricken überhaupt eher Haushaltstätigkeit als Design oder künstlerisches Ausdrucksmittel ist.

Das Stricken erscheint vielmehr als eine zentrale Tätigkeit, ja Verpflichtung von Hausfrauen, die sich so um die Garderobe der ganzen Familie zu kümmern hatten. Da wurde nicht der Kleiderschrank, gefüllt mit Klamotten diverser großer Ketten, durch einen großzügig verschenkten Lieblingspulli ergänzt, sondern ganz fundamental mit dem Stricken von Socken über Unterwäsche bis hin zu Pullovern und Strickjacken Jahr für Jahr an der Grundausstattung gearbeitet. Zudem ermöglichte das Handarbeiten Frauen, luxuriöse Stücke (kostengünstig) selbst anzufertigen, wie das Spitzenstrickkleid im Foto rechts oben.

2. Aktuelle Strickbücher mit Vintage-SchnittenA Stitch in a Time - I

Wer entweder auf den Komfort ausführlicher Anleitungen nicht verzichten will oder aber nicht so puristisch ist und eher Kleidungsstücke „im Stil“ frühere Mode sucht, als Originalstücke, die so richtig gut nur mit dem notwendigen Equipment wie Tüten-BHs, Korsagen usw. wirken, für den gibt es auch neuere Strickbücher, die ältere Schnitteaufbereiten und für neue Garne umarbeiten, adaptieren oder nachempfinden. Denn schließlich ist auch der Retro-Stil längst Teil der Mode und nicht deren Verweigerung und hat damit auch die entsprechenden Effekte auf den (Strick-)Buchmarkt.

Aus der Fülle der Angebote hier nur eine sehr willkürliche Auswahl: A Stitch in a Time Bd. 1 und 2; Vintage Knits aus der Reihe (Vogue Knitting on the go); Vogue Knitting. Vintage Collection.

3. Vintage-Mode selbst entwerfenomas strickgeheimnisse

Man kann sich natürlich auch in alten Modezeitschriften oder illustrierten Geschichten der Mode inspirieren lassen, und sich seine Vintagemode selbst entwerfen. Unterstützung findet man dafür z.B. bei Sammlungen alter Strickmuster wie z.B. Omas Strickgeheimnisse, Bäuerliches Stricken 1-3 und Barbara Walker: A Treasury of Knitting Patterns (mehrer Bände).

Mit Strickschriften werden aber nicht nur verschiedenen Strickstiche angegeben, wie ich hier beschrieben habe, sondern auch Informationen über die Konstruktion von Strickstücken, also zum Beispiel die Zunahmen im MusStrickschrift Abnahmenter bei einem Spitzentuch oder ein Sechstel einer Mütze, der dann sechsmal hintereinander in der Runde gestrickt wird (wie z.B. bei meiner fair isle Mütze in Fliederfarben). Da man wegen der Abnahmen in immer weniger Maschen hat, werden entsprechend auch die Kästchen in der schematischen Zeichnung weniger (oder mehr), so wie in der nebenstehenden Abbildung, das ein Beispiel eines fiktiven Mützen-Sechstels zeigt.

(Legende: I=rechte Masche, /=2 zusammenstricken, \=2 verschränkt zusammenstricken)

Um die Strickschriften übersichtlich zu halten, werden mitunter auch innerhalb der Strickschrift Reihen weggelassen, wenn sie alle in einer Maschenart gestrickt werden. Also bei Mustern, in der nur in jeder zweiten Reihe „gemustert“ und die Reihe dazwischen einfach links gestrickt wird, werden diese Reihen nicht in die Strickschrift aufgenommen. Man erkennt dies an der Nummerierung der Reihen am Rand, manchmal ist auch noch ein „die geraden Reihen links stricken“ unter der Strickschrift angegeben.

O / O / O / O / I I I  3. R <–
/ O / O / O / O I I I  1. R <–
 
Die geraden Reihen Reihen links stricken (in Runden rechts)
(Legende: O=Umschlag, /=2 zusammenstricken, I=rechts stricken)
 

Und auch Wiederholungen von Mustersätzen innerhalb eines Strickstücks werden nicht alle ausgeschrieben, z.B. bei regelmäßigen Zunahmen am Rand eines Spitzentuchs. Man folgt zunächst der Strickschrift und strickt immer die Anzahl Maschen, die dort angegeben sind, aber nach einigen Reihen wiederholt sich das Zunahmeschema an den Rändern. In der Mitte muss aber eine zweite Wiederholungen des Mustersatzes gestrickt werden, weil durch die Zunahmen der vorherigen Reihen die Maschen in der Mitte kontinuierliche mehr werden. Diese Wiederholungen werden dann innerhalb der Strickschrift durch einen Kasten angegeben.Strickschrift Spitzentuch

Dieses Beispiel zeigt die eine Seite eines fiktiven Dreieckstuchs an, ohne Randmaschen und Mittelmasche. (Um ein Dreieckstuch zu stricken, müsste man Randmaschen und Mittelmasche ergänzen und die Strickschrift zweimal stricken (jeweils rechts und links von der Mittelmasche) Die ersten Maschen würde man zunächst exakt entsprechend Legende1der Strickschrift stricken, aber in Reihe 23 die eingekastelten Maschen (Maschen 11-16) von Reihe 17 zweimal also nach Masche 16 noch mal ein Umschlag, 3 zusammen, ein Umschlag, drei rechts und dann mit Masche 17 weiter. In den folgenden Reihen dann entsprechend.

Weil das Haus, in dem die Wolllust untergekommen war, verkauft wurde, musste sie leider schon nach kurzer Zeit ihren neu eingerichteten Laden verlassen. Zum Glück für alle Strickerinnen und Stricker im Bergmannkiezt hat sie eine neue Bleibe nur ein paar Häuser weiter gefunden.

Seit 2. April kann man die Wolllust in der Mittenwalder Str. 49 finden. Der Laden ist sogar größer als vorher.

Ich habe neulich mitbekommen, wie eine Freundin völlig von einer Strickanleitung überfordert war, weil sie die dort angegebene StrickschriftStrickschrift nicht lesen konnte. So habe ich gedacht, dass ich vielleicht mal ein paar generelle Hinweise dazu hier aufschreiben werde.

Strickschrift ist eine schematische Zeichnung von Maschen.

Meist werden Strickmuster so angegeben und zwar genau der Ausschnitt eines Musters, der sich immer wiederholt, der in der ausgeschriebenen Form also zwischen den Sternchen (von * bis * wiederholen) erscheint. JedeLegendes Kästchen gibt eine Masche wieder, jede Kästchenreihe eine Reihe bzw. Runde. In den Kästchen werden unterschiedliche Maschenarten mit verschiedenen Icons angezeigt. Es gibt keine einheitliche Verwendung dieser Icons, insofern haben Strickmuster eigentlich immer eine Legende in der die Icons aufgeschlüsselt werden.

Strickschrift zeigt die Maschen meist so an, wie sie auf der später außen liegenden Seite erscheinen . Daraus folgt, dass man sie unterschiedlich lesen muss, je nachdem, ob man in der Runde oder der Reihe strickt.

In der Runde stricken

Wenn man in der Runde strickt, strickt man immer von derselben, in der Regel  äußeren, Seite. Für das Lesen der Strickschrifstrickschrift in Runden Leserichtungt heißt dies, dass man die Maschen genau so strickt, wie sie in der Strickschrift verzeichnet sind und später auch erscheinen. Allerdings beginnt man in der untersten Kästchenreihe, weil das Strickstück von unten nach oben wächst. Und man beginnt jede Kästchenreihe von rechts und liest dann weiter nach links, da man auch von rechts nach links strickt.

In diesem Beispiel geht das Muster über vier Maschen und vier Runden. Manwürde man also in der wie folgt stricken:

1. Runde: rechte Masche, rechte Masche, rechte Masche,  linke Masche
2. Runde: l inke Masche, rechte Masche,  rechte Masche,  rechte Masche
3.  Runde: rechte Masche,  linke Masche,  rechte Masche,  recht Masche
4. Runde: rechte Masche,  rechte Masche,  linke Masche,  rechte Masche
 

Das Muster erscheint aber von unten nach oben und sieht wenn es fertig gestrickt ist genau aus, wie die Strickschrift:

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In der Reihe stricken

Wenn man in der Reihe strickt, strickt man abwechselnd von der äußeren und von der inneren Seite. Daher muss man beim Lesen der Strickschrift in jeder zweiten Reihe die als Maschen der äußeren Seite angezeigten Maschenarten „umdrehen“, d.h. in die entsprechende Masche von der inneren Seite umwandeln. Eine Masche, die außen rechts erscheint erscheint auf der inneren Seite links. Wenn in der Strickschrift also eine recht Masche in einer inneren Reihe angegeben ist, muss man sie in eine linke Masche umwandeln. Bei den meisten Mustern passiert in den inneren Reihen ziemlich wenig, so dass man selten in die Verlegenheit kommt, Maschen im Kopf „umzudrehen“.  In einigen Legenden zu Strickschriften sind zur Vereinfachung die zu strickenden Maschen jeweils für die innere und äußere Seite angegeben . Man kann dan einfach nachgucken, was man in einer inneren Reihe für das jeweilige Icon stricken muss (siehe Legende oben).

Auch die Leserichtung ändert sich mit jeder Reihe:Strickschrift in Reihen Leserichtung

Man liest die äußeren (meist ungraden) Reihen von rechts nach links (so wie man strickt) und die inneren (meist geraden Reihen von links nach rechts. (Selbstverständlich strickt man auch diese Reihen von rechts nach links, aber da man das Strickstück umgedreht hat, beginnt man mit der letzten Masche und strickt dann bis zur ersten. Wenn man also beim Stricken von inneren Reihen von vorne auf die später außen liegenden Seite guckt, strickt man eben genau andersherum von links nach rechts.)

In der Reihe würde man dieses Muster so stricken:

1. Reihe: rechte Masche,  rechte Masche,  rechte Masche,  linke Masche
2. Reihe: links, links,  links,  rechte Masche
3. Reihe: rechte Masche,  links,  rechte Masche, rechte Masche
4. Reihe: linke Masche, rechte Masche, linke Masche, linke Masche
 

auf der Außenseite erscheint es exakt wie beim Stricken in Runden so:

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(in einigen Strickzeitschrifte habe ich auch schon gesehen, dass die Maschen so angezeigt werden, wie sie gestrickt werden müssen, man liest in Reihen die ungeraden Reihen von rechts nach links, die geraden von links nach rechts, muss die Maschenarten aber nicht im Kopf umdrehen…also genau die Erklärungen der jeweiligen Strickschrift lesen)

Fortsetzung folgt….