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Archive for Juli 2011

Omas Strickgeheimnisse. 200 bezaubernde Muster hg. von Erika Eichenseer, Erika Grill, Betta Krön, Rosenheim 2000.

Wertung: + + + + +

Der Titel des Buches führt etwas in die Irre, denn es handelt sich nicht, wie man vermuten könnte, um eine Sammlung von Strickgeheimnissen in Form von guten Ratschlägen, Tipps und Tricks. Stattdessen beschreibt der Untertitel genauer, was dieses Buch bietet und welche Geheimnisse hier gelüftet werden: eine Sammlung von 200 traditionellen Strickmustern aus der Zeit zwischen 1815-1870 v.a. aus dem süddeutschen Raum. Die Herausgeberinnen haben die Muster zusammengetragen und in moderne Strickschrift übertragen, wobei  sie vor allem auf zwei Quellen zurückgriffen:

Handschriftlich überlieferte  Strickmuster dreier Frauen Nanette Höflich (Nürnberg 1843), Juliane Pauker (Regensburg 1830), Anna Knauer (Kallmünz 1870).

Und Strickstücke aus Museen oder Privatbesitz, anhand derer die Muster rekonstruiert wurden.

Jedes Muster ist mit einem Foto und einer Strickschrift sowohl für das Stricken mit Hin- und Rückreihen als auch in Runden angegeben. Auch die Herkunft des Musters ist aufgeführt.

(Die neueste Ausgabe enthält farbige Abbildungen, bei denen es sich allerdings um die alten schwarz-weiß Fotos handelt, die einfach eingefärbt wurden, was zu einer seltsam poppigen Optik  führt, bei dem auch der nostalgische schwarz-weiß Eindruck verloren geht.)

In der Sammlung dominieren Lochmuster und die Namen sind fantasievoll und zum Teil herrlich altmodisch wie „Lückerlzickzack und Fischgrätlein“ oder „Victorines Zauberband“. Am Ende sind alle Muster in einem alphabetischen Register aufgeführt.

Einziger Wunsch, den das Buch offen lässt, ist eine herausnehmbare Übersicht der Zeichenerklärung, die man dann neben die jeweilige Anleitung legen kann, um die Kreise, Tilden und anderen Symbole zu entschlüsseln. Aber da lässt sich ja mit einem Fotokopierer nachhelfen.

Totally their own ist in diesem Fall die mühevolle Rekonstruktion und Transkription alter Strickmuster.

Fazit

Insgesamt liefert das Buch einen Fundus gut aufbereiteter Musteranleitungen zum Nachstricken, die erfahrenen Stricker/innen eine Inspirationsquelle bieten. Für Anfänger/innen ist das Buch eher ungeeignet, denn es enthält keine Erklärungen oder Abbildungen von Grundtechniken  (wie Anschlag, Abketten) oder der notwendigen Vorgänge (wie Verschränken, Verkreuzen, Überziehen, Zusammenstricken oder Umschlag) oder Hinweise, wie man die Muster einsetzen kann. Daneben ist das Buch auch als Dokumentation traditioneller Handarbeitskunst interessant und man lernt Worte wie: „Spitzweck-Tour“ und „Genädelte Wanzen“, die man souverän in die nächste Unterhaltung einfließen lassen kann und bei Stricker/innen wie Nicht-Stricker/innen gleichermaßen Eindruck hinterlässt.

Die Sammlung ist in folgende Kapitel unterteilt:

Streifen –  Leitern – Zöpfchen – Flächen – Lochflächen -Wanzen und Käfer -Blüten und Blätter – Bäumchen und Schuppen – Kerne – Pfauenmuster – Reliefmuster – Ornamentmuster

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Passend zum Herbstwetter und meiner elendigen Erkältung habe ich einen Cowl gestrickt, damit mein Hals schön warm bleibt. Die Wolle ist eine wunderbarweiche  Mischung aus Merino und Seide in einem satten weinrot von Rowan und umschmeichelt geradezu den Hals, ohne auch nur im geringste zu kratzen (in einer idealen Welt würde sie allerdings etwas weniger pillen). Das Pfauenschwanzmuster ist eins meiner Lieblingsmuster, da es sehr einfach zu stricken und zu erinnern ist (nur jede 4. Reihe passiert was, sonst wird glatt rechts gestrickt), aber trotzdem „was her macht“. Und damit man das event alle vier Reihen auch nicht verpasst und die geraden und ungeraden Reihen gut auseinanderhalten kann, habe ich neben den Pfauenschwanzmusterstreifen (Superwort!) noch einen Lochmusterstreifen eingefügt, bei dem alle zwei Reihen ein Umschlag und und zwei Maschen zusammengestrickt werden. So behält man immer den Überblick und es ist sehr einfach, sich beim Stricken im Muster zu orientieren. Viel Spaß beim Nachstricken. Hoffen wir allerdings, dass der Sommer bald zurückkehrt und das gute Stück bis zum Herbst erstmal wieder in die Schublade wandert.

und hier die Anleitung als PDF natürlich wie immer kostenlos

P.S. Passende Stulpen sind in Planung, Fortsetzung folgt also

Maschenprobe: 23Mx 28R im Muster

Nadeln: 4,0 mm

Material: Rowan Classic Yarns Silk Wool DK (50% Merino, 50% Seide; 50g/100m), ca. 1 1/2 Knäuel in Farbe „Bramble“

Schwierigkeitsgrad: + + 0 0 0

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